Das östereichische Stabspersonal in Mali wird an der UN-Einsatzplanung beteiligt sein, "es ist das Rückgrat der Mission", so Strobl. "Es gibt dort Bearf an Stabspersonal, das einsatzerfahren ist." Es könne auch nicht ausgeschlossen werden, dass die Bundesheer-Soldaten ins Feld gehen. "Nicht ins Feld gehen heißt übrigens nicht, dass es weniger gefährlich ist", so Strobl. "Siehe Afghanistan."

In der Tat griffen dort Anfang August Taliban das Lager der internationalen Friedenstruppe in Kabul an, drei österreichische Soldaten des Jagdkommandas wehrten den Anfgriff gemeinsam mit anderen ab und versorgten schwer verwundete Soldaten. Sie wurden danach mit dem "Bronze Star" der US-Armee dekoriert.

Auch in Mali werden die Österreicher auf dem Prüfstand stehen - eine direkte Beteiligung an Kampfeinsätzen sei aber nicht geplant, versichert das Verteidigungs-Ministerium. Als "Ersatzprogramm" für den Abzug der Österreicher vom Golan im Sommer 2013 will man den Mali-Einsatz beim Bundesheer aber nicht verstanden wissen.

Die Horror-Anschläge von Paris haben die Lage in Afrika verändert. Das schwer getroffene Frankreich hat die EU-Partner um Hilfe gebeten, das bestrifft auch Mali. Hier sind starke französische Einheiten im Einsatz, Deutschland könnte seine Kräfte aufstocken, die EU bot der malischen Regierung bereits ihre Hilfe an. Österreich hat im Rahmen des EU-Trainings-Einsatzes schon mehr Soldaten als zu Beginn in Mali. Und "künftig werden es über 20 sein", sagt Strobl. "Wir steigen gerade in die Minusma-Mission ein, und es besteht das Potenzial, dass das ausgeweitet wird", sagt Strobl. "Da ist aber ein politischer Beschluss notwendig."

Mit dem Einsatz in Mali will das Bundesheer Krisen, die nach Europa ausstrahlen, an der Wurzel packen. 150.000 Flüchtlinge, die in der EU Asyl beantragen, kommen aus Afrika, Mali ist einer der wichtigsten Dreh- und Angelpunkte für Flüchtlingsbewegungen aus West-Afrika. "Alles, was dort passiert, hat direkte Auswirkungen auf Europa", sagt Strobl. Mali habe eine Perspektive, auch wenn es derzeit unter dem Eindruck des furchtbaren Terrors nicht danach aussehe.