Teheran. Bei der Wahl des Expertenrates im Iran, dem wichtigsten religiösen Gremium der Islamischen Republik, liegen die beiden Spitzenkandidaten der Reformer klar vor den Hardlinern. Nach Angaben des Innenministeriums vom Samstag führen der ehemalige Präsident Akbar Hashemi Rafsanjani und der aktuelle Präsident Hassan Rohani in der Liste für die Hauptstadt Teheran.

Das Top-Trio der Hardliner mit den Ayatollahs Ahmad Jannati, Mohammad Yazdi und Mohammad Taghi Mesbah-Yazdi liege abgeschlagen auf den Plätzen zehn, zwölf und 16. Der Expertenrat hat weitreichenden Einfluss über die Zukunft des Landes, denn im Falle des Todes des geistlichen Oberhaupts Ayatollah Ali Khamenei würde er dessen Nachfolger wählen.

In Teheran werden 16 Kleriker für den Expertenrat gewählt. Der Rat mit insgesamt 88 Mitgliedern befasst sich zwar nicht mit aktuellen politischen Themen, aber ein Sieg von Rafsanjani und Rohani würde den Einfluss des erzkonservativen Klerus im Lande reduzieren. Am Samstag präsentierten Ergebnissen zufolge kommen die Reformer auf 29 der 30 Sitze, die für Teheran bei der Wahl reserviert sind. Einen Sitz konnte ein Hardliner erringen.

Bis der genaue Ausgang der Wahl bekannt ist, könnte es noch Tage dauern.