Los Angeles. Die historische Chance, dass das erste Mal in der Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika eine Frau als Oberbefehlshaberin ihrer Streitkräfte dienen könnte? Geschenkt. Im Sommer 2016 bewegen die USA ganz andere Themen und vielleicht ist das die größte Überraschung von allen. Eine erfreuliche schaut trotzdem anders aus. Auf Seiten der Republikaner finden heute, Dienstag, die letzten Vorwahlen zur Eruierung des Präsidentschaftskandidaten 2016 statt. Am Zug sind Wähler in Kalifornien, Montana, New Jersey, New Mexico und South Dakota.

Nachdem es bei den Konservativen nur mehr einen einzigen im Rennen verbliebenen Kandidaten gibt, den New Yorker Immobilien-Magnaten und Reality-TV-Star Donald Trump, handelt es sich im Grunde nur mehr um einen Formalakt. Anders stellt sich derweil die Sache bei den Demokraten dar. Davon abgesehen, dass nämliche neben all den genannten Bundesstaaten auch in North Dakota eine sogenannte "Primary" abhalten, dauert die endgültige Entscheidungsfindung bei ihnen noch bis nächste Woche, wenn die Wähler in der Hauptstadt Washington D.C. zur Stimmabgabe gebeten werden. Wirklich entschieden, wer im Herbst gegen Trump antreten wird, wird vielleicht nicht formal, aber de facto trotzdem heute. Eingedenk dessen, dass die Ex-Außenministerin und ehemalige First Lady Hillary Clinton als Kandidatin praktisch feststeht, scheint die Signifikanz des Ausgangs dieses letzten sogenannten "Super Tuesday" begrenzt; dass sie es trotzdem nicht ist, erzählt indes mehr über den Zustand der Partei von Amtsinhaber Barack Obama, als ihr lieb sein kann.

Sanders kämpft weiter

um die Nominierung

Der Spielverderber heißt einmal mehr Bernie Sanders. Zwar liegt der 74-jährige Senator aus Vermont an Delegiertenstimmen nicht erst seit gestern fast uneinholbar weit hinten. Aber das hat ihn weder davon abgehalten, bis zum allerletzten Wettbewerb im Rennen zu bleiben. Noch hat er seine rhetorischen Spitzen gegen Clinton wie gegen die Parteiführung zurückgeschraubt.

Am frühen Montagmorgen betonte Sanders seine Absicht, den Kampf um die Nominierung auf das Parkett des von 25. bis 28. Juli stattfindenden Parteitags ("Convention") in Philadelphia zu tragen. Ob er mit diesem Ansinnen Ernst macht, hängt praktisch nur davon ab, ob er heute den wichtigsten aller Preise gewinnen wird oder nicht: Kalifornien. Der mit Abstand größte aller amerikanischen Bundesstaaten hat mit mehr als 39 Millionen so viele Einwohner wie Polen. Auch wenn Clinton, selbst wenn sie heute auf Platz zwei landen sollte, noch immer einen namhaften Gesamtvorsprung an Delegiertenstimmen aufweist: Die Symbolik einer Niederlage im "Golden State" wäre in vielerlei Hinsicht fatal.