Donald Trump, Konzernchef und US-amerikanischer Präsidentschaftskandidat, hat ein neues Thema: die Landwirtschaft. Im Mittleren Westen präsentiert er sich als Retter der Farmer im Kampf gegen Menschen, die Mais in erster Linie für ein Lebensmittel halten. Die Position passt zu seinen Vorstellungen von der Energiepolitik der USA.

Hintergrund ist der Rückgang des Maisertrags aufgrund von Dürre im Mittleren Westen, der den Preis auf dem Weltmarkt in die Höhe schnellen ließ. Mehr als 40 Prozent der Ernte sind eigentlich für die Produktion von Ethanol - bekannt als Biosprit  für Kraftfahrzeuge - vorgesehen. Zehn Prozent Anteil am Kraftstoff sind zur Zeit vorgesehen, die Umweltschutzbehörde Environmental Protection Agency (EPA).würde den Anteil .gerne auf 15 Prozent erhöhen.

Bleibt das Verhältnis von Kraftstoffherstellung und Lebensmittelproduktion wie es ist, so würde sich der Endpreis für Mais um 3 bis 4 Prozent erhöhen, was sowohl die US-Konsumenten wie internationale Abnehmer treffen würde, warnen Experten aus dem Umfeld der Welternährungsorganisation FAO. Sie verweisen auf die Hungerrevolten in Afrika und Asien in den Jahren 2007 und 2008, die durch Höchstpreise für Mais und Getreide ausgelöst wurden.

Diese Bedenken teilen auch zahlreiche Abgeordnete beider Großparteien. Sie fordern, dass der heuer geerntete Mais vorrangig für die Produktion von Lebensmitteln verwendet wird.

Donald Trump nutzt den Streit nun bei seiner Wahlkampf im landwirtschaftlich geprägten Mittleren Westen, insbesondere im hart umkämpften Bundesstaat Iowa. Dabei stellt er das Engagement für Mais als Nahrung allerdings ausschließlich ein Anliegen und eine Verschwörung der Demokraten dar und  verspricht, die Ethanolproduktion zu fördern.

"Hillary Clinton will Familienbetriebe der Bauern schließen", erklärte er am Samstag im Rahmen eines großen Grillfests in Des Moines. Er hingegen werde die Steuern für landwirtschaftliche Betriebe im Familienbesitz  um 15 Prozent zu senken. "Wir werden den Krieg gegen amerikanische Bauern beenden", rief Trump seinem fast ausschließlich weißen Publikum zu.

Probleme, die sich aufgrund seiner Haltung für den Rest der Welt ergeben können, sind dem Kandidaten, der sich auch gegen umweltschützende Maßnahmen bei der Förderung von Erdöl und Erdgas ausgesprochen hat, egal. Sein ausgesprochenes Ziel ist  die völlige Autonomie der USA auf dem Energiesektor.

Dafür will er schließlich auch das Pariser Klimaschutzabkommen aufkündigen.