New York. Den neuen UNO-Generalsekretär erwarten bei seinem Amtsantritt am 1. Jänner 2017 viele ungelöste Aufgaben. Einige der wichtigsten Konflikte und Baustellen im Überblick:

- SYRIEN gleicht nach fünf Jahren Bürgerkrieg weiter einem tödlichen Inferno. Mit mehr als 300.000 Toten, fünf Millionen Flüchtlingen und acht Millionen Vertriebenen im eigenen Land zählt der Krieg zu den schlimmsten Konflikten der vergangenen Jahrzehnte. Die Lage am Boden ist äußerst verworren, die Weltdiplomatie scheint am Ende.

- KOLUMBIEN muss nach jahrelangen, zähen Verhandlungen zwischen der Regierung und der linken Guerillaorganisation FARC weiter um einen dauerhaften Frieden bangen. Nach dem gefeierten Friedensvertrag zwischen beiden Seiten verpasste die Bevölkerung der Einigung mit einem knappen Referendum eine Absage. Die UNO hätte die Umsetzung der Vereinbarung im Land mit Beobachtern eigentlich überwachen sollen.

- BLAUHELMSOLDATEN müssen nach wiederholten Vorwürfen sexuellen Missbrauchs, unter anderem in Haiti und der Zentralafrikanischen Republik, verlorenes Vertrauen zurückgewinnen. Sie und andere Mitarbeiter von UNO-Missionen sollen allein im vergangenen Jahr Opfer in insgesamt 69 Fällen sexuell missbraucht haben, die meisten davon in Zentralafrika. Im Kongo soll es zudem Fälle von Prostitution und sogar Anträge auf Anerkennung von Vaterschaften gegeben haben.

- Der SCHUTZ VON ZIVILISTEN UND HUMANITÄREN HELFERN bleibt in Konfliktgebieten weiter ein Problem. Trotz der Berichte über Angriffe auf Krankenhäuser und Hilfskonvois in Syrien, Afghanistan, Libyen, im Südsudan, im Jemen, in der Zentralafrikanischen Republik sowie im Kongo ist die UNO passende Antworten auf solche Attacken schuldig geblieben.

- Die REFORM DES UNO-SICHERHEITSRATS, der mit seinen fünf Veto-Mächten immer noch die Weltordnung vom Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1945 abbildet, scheint überfällig. Seit Jahren ist eine Erweiterung auf mehr Mitglieder im Gespräch. Als neue ständige Mitglieder werden vor allem Deutschland, Brasilien, Indien und Japan gehandelt.