Inzwischen hat sich die Kampfzone auch auf Wikipedia erweitert. Dort tobt ein erbitterter "Roboterkrieg" um Fakten. Fast täglich editieren Bots die Artikel über Donald Trump und Hillary Clinton. Mal grobschlächtig durch Hinzufügen offenkundiger Parolen, mal subtil durch Umformulierungen. Die Edierungsgeschichte der jeweiligen Seite gibt Zeugnis von diesem zähen Ringen. Zwar melden Moderatoren den Vandalismus und stellen die vorherige Version wieder her. Doch manche Änderung bleibt enthalten - und beeinflusst damit die politische Willensbildung.

Die Frage ist natürlich, wie man dieser maschinellen Manipulation beikommen will. Hat derjenige die Deutungshoheit im Meinungswettbewerb, der die bessere KI hat? Gewinnt derjenige politische Mehrheiten, der die stärkste Bot-Armee hinter sich vereint? Das wäre ein Rückfall ins Mittelalter, als derjenige recht hatte, der die stärksten Waffen hatte. Und doch: Bots könnten dabei helfen, real eher ungeliebte Kandidaten ins Weiße Haus zu befördern.

AfD will Bots verwenden


Auch die populistische deutsche Partei Alternative für Deutschland (AfD) will im Bundestagswahlkampf 2017 nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" solche Bots einsetzen. "Selbstverständlich werden wir Social Bots in unsere Strategie im Bundestagswahlkampf einbeziehen", sagte Bundesvorstandsmitglied Alice Weidel dem Magazin. "Gerade für junge Parteien wie unsere sind Social-Media-Tools wichtige Instrumente, um unsere Positionen unter den Wählern zu verbreiten", hieß es weiter. Andere deutsche Parteien, CDU, SPD, Grüne und die Linke lehnen den Einsatz von Bots ab.