Bagdad. Sie kämpfen mit allen Mitteln. In der Schlacht um Mossul verteidigen sich die Dschihadisten des "Islamischen Staates", IS, mit Sprengfallen, Selbstmordattentätern und Scharfschützen. Zwei Wochen lang konnten sie die Angreifer damit aufhalten, aber nicht stoppen: Irakische Sicherheitskräfte haben sich nun im Osten bis an die Grenze der Großstadt herangekämpft, ob einzelne Einheiten in die Metropole eingedrungen sind, ist unklar.

Es wird vermutet, dass sich viele IS-Kämpfer aus den umliegenden Dörfern nach Mossul zurückgezogen haben, um ihre Bastion zu verteidigen. Aus dem Militäroberkommando in Bagdad verlautet, dass die Regierungstruppen nun aus drei Richtungen angreifen. Eliteeinheiten der Armee hätten den Ort Baswaja, das letzte Dorf vor den Außenbezirken Mossuls, eingenommen. Die Soldaten würden nun versuchen, die Dschihadisten aus dem Vorort Gogdschali zu vertreiben. Auch von Norden her seien die Truppen weiter an die Stadt herangerückt.

Eliteeinheiten hätten am Dienstag die Stadtgrenze erreicht und diese überquert, meinte der Chef der Anti-Terror-Kräfte, Talib Shaghati. "Wir haben nun mit der eigentlichen Befreiung Mossuls begonnen."

In der Umgebung von Mossul nahmen kurdische Milizen fünf Ortschaften ein, Armee-Einheiten rücken von Süden weiter auf die Stadt vor. Schiitische Milizen haben angekündigt, die Verbindung zwischen Mossul und Rakka in Syrien einzunehmen, um IS-Kämpfern den Fluchtweg abzuschneiden. Auch türkische Truppen stehen zum Angriff bereit. Vor gut zwei Wochen hatten die irakische Armee, kurdische Peschmerga-Kämpfer und lokale Milizen mit einer Großoffensive auf Mossul im Norden des Iraks begonnen. Die von den USA geführte Koalition unterstützt die Operation mit Luftangriffen. Alleine an der Front im Süden der ehemaligen Metropole wurden seit Beginn nach irakischen Militärangaben mehr als 750 Kämpfer des IS getötet.

In Mossul selbst wird die Lage von Tag zu Tag angespannter. Die irakische Nachrichtenagentur Al-Sumaria meldete gestern, Dienstag, eine heftige Explosion im Stadtzentrum. Das Ziel der Attacke sollen Anführer der Terrormiliz Islamischer Staat gewesen sein. Bisher hat sich niemand zum Anschlag bekannt. Am vergangenen Donnerstag hatten irakische Milizen über dem Stab, dem Hauptquartier, des Islamischen Staates im westlichen Teil der umkämpften Großstadt die irakische Flagge gehisst. Al-Sumaria bezeichnete den Stab als einen der größten der Terrorgruppierung. Er spiele für die Kämpfer eine wichtige symbolische Rolle. Ob der Stab noch immer unter der Kontrolle der Milizen ist, kann nicht nachgeprüft werden. Doch die Meldung zeigt, dass Daesh, wie der IS im Irak genannt wird, immer mehr unter Druck gerät.