Während die US-geführte Koalition im Irak mit den Regierungstruppen im Kampf gegen den IS kooperieren kann, muss sie in Syrien mit einer Vielzahl örtlicher Milizen zusammenarbeiten, die zugleich gegen den syrischen Staatschef Bashar al-Assad kämpfen. Die Unterstützung kurdischer Milizen in Syrien ist zudem dem NATO-Partner Türkei ein Dorn im Auge.

Offensive von Rakka "läuft nach Plan"

Die Offensive zur Rückeroberung von Rakka wurde am Montag fortgesetzt. Eine Sprecherin der Syrisch-Demokratischen Kräfte (SDF), Jihan Sheikh Ahmed, sagte der AFP, SDF-Kämpfer seien von den Städten Ain Issa und Suluk aus zehn Kilometer weiter Richtung Rakka vorgerückt. Sie befänden sich aber noch immer in einiger Entfernung von der Stadt.

"Die Offensive läuft nach Plan", sagte Ahmed. "Wir haben Waffen beschlagnahmt und eine große Zahl von Kämpfern getötet." Seit Beginn der Offensive seien mindestens zehn Dörfer zurückerobert worden. Ein SDF-Kommandant sagte, der IS schlage mit Selbstmordattentaten zurück.

30.000 Kämpfer mobilisiert

Nach der Einnahme von Abu al-Ilaj, 30 Kilometer nördlich von Rakka, gruben SDF-Kämpfer Schützengräben und stapelten Sandsäcke am Eingang zu dem Dorf. Die SDF haben nach eigenen Angaben 30.000 Kämpfer für die Offensive auf Rakka mobilisiert.

Die Türkei kritisierte die Rakka-Offensive. Dies sei eine rein arabische Stadt, sagte der türkische Vizepremier Numan Kurtulmus in Ankara. Es trage "in keinster Weise zum Frieden in der Region" bei, wenn die Stadt "von nicht-arabischen Einheiten eingenommen und regiert" werde. Die Kurden kontrollieren im Norden Syriens bereits den größten Teil der Grenze zur Türkei. Die Regierung in Ankara will jedoch verhindern, dass die Kurden ihren Machtbereich in Syrien weiter ausdehnen. Die Türkei wirft der Kurdenmiliz YPG vor, ein syrischer Ableger der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) zu sein. Türkische Truppen haben die YPG in der Vergangenheit immer wieder beschossen.