Dem Außenseiter Donald Trump gelingt die Sensation: Der umstrittene Republikaner hat überraschend und entgegen der allermeisten Umfragen die Präsidentschaftswahl in den USA gewonnen. Hillary Clinton räumte ihre Niederlage in einem Telefonat mit Trump ein. Sie verzichtete in der Nacht auf eine Rede.

Die Sorge vor einem Sieg des Populisten Trump war vor der Wahl groß gewesen. Nun wird der Milliardär aber am 20. Jänner als der 45. Präsident in das Weiße Haus einziehen. Er kann beim Regieren auf die Mehrheit seiner Republikaner im US-Kongress setzen und mögliche entscheidende Vorhaben umsetzen. Die Republikaner konnten ihre knappe Mehrheit von 51 der 100 Sitze im Senat verteidigen. Der Partei von Hillary Clinton gelang es nur in einem umkämpften Staat, Illinois, den Republikanern einen Senatssitz abzujagen. Kandidatin Tammy Duckworth siegte dort über den amtierenden Senator Mark Kirk. Prominente Republikaner wie John McCain in Arizona und Jungstar Mario Rubio in Florida behielten ihre Senatssitze. Schon vor der Wahl hatten Experten vorausgesagt, dass die Demokraten keine Chance für eine Machtübernahme des Repräsentantenhauses mit seinen 435 Sitzen hatten.

Extreme Zitterpartie

Die Wahlnacht war über Stunden eine extreme Zitterpartie. Der Unternehmer konnte die besonders umkämpften Staaten Florida, North Carolina, Ohio und Wisconsin für sich entscheiden. Clinton gewann von den sogenannten Swing States (Wechselwählerstaaten) lediglich Nevada, Virginia und Colorado. Ihre Niederlage dürfte das Ende ihrer politischen Karriere bedeuten.

Vor allem in mehreren Bundesstaaten im sogenannten Rostgürtel der USA, einer einst florierenden und inzwischen vom wirtschaftlichen Abschwung geprägten Industrieregion, konnte die Demokratin nicht überzeugen.

Bei Wählerstimmen fast gleich auf

Donald Trump hat zwar klar die meisten Wahlmännerstimmen auf sich vereinen können, was die gesamten Wählerstimmen betrifft, holt seine demokratische Konkurrentin Hillary Clinton mit zunehmenden Auszählungsgrad jedoch auf. Nach Auszählung von 91 Prozent der Stimmen kamen beide Mittwochmittag auf 47,6 Prozent der Stimmen, wie "CNN" berichtete.

Clinton konnte demnach 58.676.134 Wähler von sich überzeugen, der Republikaner Trump 58.795.710. Im amerikanischen Wahlsystem zählt jedoch nicht die Gesamtzahl der Stimmen, sondern die Wahlmänner - die von den einzelnen Bundesstaaten entsandt werden und sämtliche Stimmen dem im betroffenen Bundesstaat erstplatzierten Kandidaten geben, der Zweitplatzierte geht leer aus.