Washington. (wak) Er kann es halten, wie er will. Donald Trump, der designierte US-Präsident, der sich bisher vor allem über seine Hotels und Casinos definierte, kann das Familiensilber weiter behalten. Zwar müssen sich Abgeordnete und Senatoren in den USA von vorangegangenen Positionen und Eigentum distanzieren, um nicht in einen Interessenskonflikt zu geraten - das bestimmt der "Ethics in Government Act of 1978". Doch für die Person im höchsten Amt des Landes existiert eine solche Vorgabe nicht. Das könnte durchaus an der allgemeinen Annahme liegen, dass ohnehin nur eine Person gewählt werden würde, die ihr Portfolio offenlegt und als Berufspolitiker schon längst sämtliche Interessenskonflikte, zumindest dem Anschein nach, ausgeräumt hätte.

Mitt Romney, republikanischer Kandidat bei den Wahlen 2012, hatte im Wahlkampf gelobt, er würde sein beträchtliches Vermögen in einen unabhängigen Treuhandfonds verschieben, auf den er qua Struktur keinen Einfluss nehmen könnte.

Nicht so Trump. Er hat schließlich seinen Familiennamen zu dem gemacht, was er ist, nämlich zu "der einzigen weltweiten Luxus-Immobilien Super-Marke", wie es auf der Trump-Organization-Homepage heißt.

Es sind nicht nur Immobilien oder seine berühmt-berüchtigten Casinos: Donald Trump kontrolliert mehr als 500 Unternehmen, die mehrere Branchen umfassen. Er betrieb eine Zeit lang seine eigene Privatuniversität und verkaufte Trump-Steaks auf dem Shopping-Kanal QVC. Seine Tochter Ivanka feierte bis vor kurzem große Erfolge mit ihrer Schmuck- und Modelinie. Allerdings soll sie in den letzten Tagen vor der US-Wahl, als der Volkszorn ihrem Vater gegenüber immer größer wurde, ein Werbevideo von sich für ihn zurückgehalten haben, um die Konsumenten nicht mehr zu vergraulen. Grund: Immer mehr Amerikaner machten im Internet mobil mit dem Slogan "Grab them by the Wallet", analog zu Trumps Äußerung "Grab them by the Pussy". Trump-Produkte wurden offen boykottiert. Man darf gespannt sein, ob der Trend anhält oder sich durch die Veredelung der Marke Trump durch das Präsidentenamt nicht wieder umkehrt.

Donald Trump selbst hat sich im Wahlkampf nur vage dazu geäußert, wie er sein Unternehmertum, das naturgemäß ein subjektives Ziel verfolgt, und das höchste Amt im Land, das frei von Interessenskonflikten geführt sein will, unter einen Hut bringen möchte. Er würde die Führung seines Imperiums in die Hände seiner Kinder legen, und die Geschäftsentwicklung "nicht mit ihnen diskutieren". So käme es zu keinen Interessenskonflikten.

Der Comedian Seth Meyers hat übrigens anlässlich der Wahl Trumps gelästert, die USA bekämen zwar nicht die erste Frau als Präsidenten, aber immerhin den ersten Steak-Verkäufer.