Washington. Der designierte US-Präsident Donald Trump macht seinen künftigen Vize Mike Pence zum Chef seines Übergangsteams. Pence löst Chris Christie ab, der diese Funktion bisher innehatte.

Ebenfalls in führender Funktion sollen im Übergangsteam eine Reihe enger Mitstreiter tätig sein: General Michael Flynn, der frühere Präsident (Sprecher) des Abgeordnetenhauses Newt Gingrich, Ex-Präsidentschaftsbewerber Ben Carson, New Yorks früherer Bürgermeister Rudy Giuliani und Alabamas Senator Jeff Sessions.

Skandal überschattet Christie

Einige dieser Namen werden auch für zentrale Ämter in einem Kabinett Trump oder im Weißen Haus gehandelt. Christie wird dem Übergangsteam aber weiter angehören. Der Gouverneur von New Jersey ist wegen eines Skandals um eine Brücke in seinem Heimatstaat politisch schwer angeschlagen. Sein Stern war in den letzten Monaten kontinuierlich gesunken.

Trumps Team benannte am Freitag in New York auch eine Reihe anderer Mitstreiter, die den Wechsel der Regierungen vorbereiten sollen. Darunter sind seine drei Kinder Ivanka, Donald Jr. und Eric, Schwiegersohn Jared Kushner, der Ex-Banker Steven Mnuchin, PayPal-Gründer Peter Thiel, Republikaner-Chef Reince Priebus und sein Wahlkampfleiter Stephen Bannon.

Obamacare: Kinder bleiben mitversichert

Teile der von US-Präsident Barack Obama durchgesetzten Gesundheitsreform will Trump außerdem aufrechterhalten, die unter dem Namen "Obamacare" bekanntgeworden ist. Die Regelung, dass Versicherer Patienten nicht wegen Vorerkrankungen ablehnen können, halte er für richtig, sagte Trump dem "Wall Street Journal" in seinem ersten Interview seit der Präsidentschaftswahl.

Die Zeitung stellte Teile des Interviews am Freitag online. Außerdem will Trump die Regelung aufrechterhalten, dass Kinder für bestimmte Zeit bei ihren Eltern mitversichert bleiben können. "Diese beiden gefallen mir sehr gut", sagte Trump im Hinblick auf die erwähnten Regelungen. Aus Respekt für Obama wolle er darüber nachdenken, die Reform nicht vollends rückgängig zu machen. Der Meinungsumschwung des Republikaners kam nach Einschätzung der Zeitung wohl durch den Einfluss Obamas bei einem Gespräch mit Trump am Donnerstag zustande.

Versöhnlicherer Ton als im Wahlkampf

Trump hätte es ohnehin schwer, die Gesundheitsreform in Gänze zu kippen. Die Republikaner konnten im Kongress zwar ihre Mehrheiten in beiden Kammern verteidigen, und Obamas Gesundheitsvorsorge ist ihnen seit langem ein Dorn im Auge. Sie haben im Senat aber nicht die notwendige Zahl von 60 Sitzen, um eine Blockade durch die Demokraten zu verhindern. Diese können durch Dauerreden (Filibuster) erreichen, dass wichtige Gesetzesvorhaben nicht zur Abstimmung kommen.

Er wolle zudem sehr schnell die Themen Einwanderung, Grenzsicherheit und Deregulierung im Finanzwesen angehen, sagte Trump weiter. Seine Wirtschaftsberater sind vorwiegend Investmentbanker und Hedgefonds-Manager. Außerdem werde er einen versöhnlicheren Ton als im Wahlkampf anschlagen, versprach er. "Es ist jetzt anders."