Flüchtlinge dachten, sie
könnten bald wieder zurück


Die Camps, in denen die Flüchtlinge leben, dürfen daher nach dem Willen der Regierung nicht zu richtigen Behausungen ausgebaut werden. Die Hilfsbereitschaft im Land ist zwar im Laufe der vergangenen Jahre zurückgegangen, aber viele Libanesen helfen, die Regierung stellt Schulen und Lehrer zur Verfügung, die Infrastruktur - um die es bereits vor dem Bürgerkrieg in Syrien nicht gut bestellt war - ist seit der Ankunft der hunderttausenden Flüchtlinge am Limit.

Der Krieg in Syrien geht nun schon ins sechste Jahr. Viele Flüchtlinge, die dem Krieg entkommen sind, haben bei ihrer Flucht damit gerechnet, schon nach wenigen Monaten wieder zurückkehren zu können.

Die österreichische Kanzleramtsstaatssekretärin Muna Duzdar ist mit einer österreichischen Delegation ins Land gereist, um sich über die Situation der syrischen Flüchtlinge zu informieren. Im Libanon sagte Duzdar, dass es notwendig sei, mehr Hilfe vor Ort zu leisten.

Und zwar nicht nur bei der Grundversorgung wie Essen, sondern etwa auch um Unterstützung für Schulen. 55 Prozent der syrischen Flüchtlingskinder im Libanon gehen nicht in die Schule, Duzdar spricht sich daher für mehr finanzielle Hilfe für Jordanien und den Libanon aus.

Die Schutzsuchenden aus Syrien müssen jedes Jahr eine Aufenthaltsgenehmigung lösen, für die 200 US-Dollar pro Kopf fällig werden. Rund 89 Prozent der Flüchtlinge sind bereits heute verschuldet, im Schnitt betragen die Schulden dieser Flüchtlinge 890 Dollar pro Kopf. 62 Prozent der Familien leben unter dem Existenzminimum von 2,9 US-Dollar pro Kopf.

Es braucht Gelder für Nahrungsmittelhilfe


Die Vertreterin des Flüchtlingshochkommissariats der UNO (UNHCR) Mireille Girard möchte auf die libanesische Regierung einwirken, diese Gebühr fallen zu lassen. Bei 60 Prozent der Familien hat kein einziges Familienmitglied eine derartige Aufenthaltsgenehmigung, bei 80 Prozent der Familien hat zumindest ein Familienmitglied dieses Papier nicht.

Die Folge: Die Schutzsuchenden werden an Checkpoints verhaftet, aber nach 24 Stunden wieder auf freien Fuß gesetzt. Girard vom UNHCR: "Wir sind mit der libanesischen Regierung in einem konstruktiven Dialog. Die Menschen, tauchen ab, wenn sie diese Papiere nicht haben. Wir denken, dass die Regierung kein Interesse daran haben kann, U-Boote im Land zu haben. Daher ermutigen wir den Libanon, die Gebühr zu erlassen."

UNHCR-Vertreterin Girard richtete auch noch einen Appell an Staatssekretärin Muna Duzdar: "Das Welternährungsprogramm WFP, das den syrischen Flüchtlingen Nahrungsmittelhilfe leistet, hat nur mehr Budget bis Ende Jänner und braucht einerseits mehr Mittel. Andererseits wäre es sehr wichtig, dass Österreich rasch bekannt gibt, wie Ihr Land das WFP unterstützen kann. Im Moment schafft es das WFP gerade, den Kopf der Schutzsuchenden über Wasser zu halten."