Verwobene Konkurrenten

"Auch ein Handelskrieg mit China wäre für die USA ungesund", betont Gärtner. Trump macht ja Pekings Wirtschaftspolitik für den Niedergang von US-Industrien verantwortlich und droht mit Strafzöllen. Das könnte China, dessen Exporte mit sechs Prozent im Dezember unerwartet stark zurückgingen, hart treffen. Damit würden aber auch viele Produkte in den USA teurer. Es sei fraglich, "ob Trump das innenpolitisch verkraftet", sagt Gärtner. Außerdem seien die beiden Wirtschaften miteinander verwoben, so hat sich Peking mit Staatsanleihen der USA eingedeckt.

China und die USA sind Konkurrenten und gleichzeitig eng miteinander verflochten. Unter Trump könnten die beiden Staaten ihr Verhältnis neu ordnen, wobei die Gegnerschaft immer mehr in den Vordergrund zu rücken droht. Die Geschichte hält durchaus eine gewisse Ironie bereit: Ausgerechnet das von einer Kommunistischen Partei angeführte China plädiert nun für mehr Freihandel, während die USA, die die globalisierte Weltordnung schmiedeten, nun mehr Protektionismus wollen.