Riad. Es ist ein Schritt ins Unbekannte, und das mag Donald Trump bekanntlich nicht. Hinaus aus der weiß-hellblauen Air Force One, hinein in die drückende Hitze im knapp 40 Grad heißen Riad. Saudi-Arabien ist der Auftakt zu seiner ersten Auslandsreise als US-Präsident.

Doch so wichtig Riad für die Lösung der Probleme in Nahost auch sein mag, Trump wird während der nächsten Tage vor allem ein großes Stück Washington mitschleppen. Über Riad liegt der Schatten der Russland-Affäre.

Der erste Tag in Saudi-Arabien lieft dennoch gut für den US-Präsidenten. Angesichts abgeschlossener Verträge in Milliardenhöhe zog er eine positive Bilanz: "Das war ein riesiger Tag. Riesige Investitionen in die Vereinigten Staaten. Hunderte Milliarden Dollar Investitionen in die Vereinigten Staaten und Jobs, Jobs, Jobs", sagte Trump am Samstag nach Medienberichten in Riad.

Kurz vor zehn Uhr Ortszeit setzt Trump neben seiner Frau Melania seinen Fuß auf den roten Teppich. "Ich freue mich, sie zu sehen", begrüßt ihn König Salman. Der 81-Jährige gibt Trump die Hand. Daneben Melania - ohne das eigentlich verlangte Kopftuch. Als Michelle Obama, die Frau von Trumps Amtsvorgänger, das 2015 machte, wurde das mit einem kritischen Tweet von Donald Trump quittiert - und mit Empörung im Königreich. Salman jedoch schüttelt auch First Lady Melania die Hand. Für strenggläubige Muslime eigentlich ein anstößiges Verhalten.

Begeisterte Tweets

Die Saudis überhäufen vor allem die Trump-Tochter Ivanka mit begeisterten Tweets. Der arabische Begriff "Bint Trump" ("Trumps Tochter") entwickelte sich bei Twitter innerhalb kürzester Zeit zum Top-Hashtag. Vor allem Männer meldeten sich zu Wort und rühmten Ivankas Aussehen. "Wir sollten unsere Beziehungen mit Trump verbessern und seiner Tochter viele Investitionen garantieren, damit sie unser Land häufiger besucht", schrieb der Twitterer Rakan al-Atibi auf Arabisch. In einem häufig geteilten Video hielt ein Mann in traditioneller saudischer Kleidung, der sich Badr bin Fahd nannte, sogar um die Hand von Ivanka an, die in Saudi-Arabien von ihrem Ehemann Jared Kushner begleitet wurde. Ein anderer Nutzer twitterte: "Zum ersten Mal sehe ich eine richtige Frau." Daneben setzte er zwei Herzen.

2017 ist einiges anders in Saudi-Arabien, wenn es darum geht, die USA nach einer kleinen Eiszeit unter Obama wieder zum besten Freund zu machen. Das Land kann und will nicht verbergen, wie stolz es ist, dass die neue US-Administration das Wüstenland als erste Station Trumps auserkoren hat. Überall in der Stadt strahlen die Konterfeis der beiden Staatsoberhäupter von riesigen Anzeigetafeln. Darunter das Motto "Together we prevail", übersetzt etwa "Zusammen werden wir siegen".