Trump wiederum versuchte im Vorfeld des Ausschusses, die Themensetzung selbst in die Hand zu nehmen: Er verkündete, dass der Karrierejurist Christoper Wray neuer FBI-Chef werden soll. Wray arbeitet derzeit in einer Anwaltskanzlei und hat zu Zeiten von Präsident George W. Bush im Justizministerium die Abteilung für die Verbrechensbekämpfung geleitet. Wegen seiner Erfahrung in der Strafverfolgung sei Wray ein Kandidat, der innerhalb des FBI als "akzeptabel" gelte, schrieb die "New York Times". Seine Ernennung muss noch vom Senat bestätigt werden.

Außerdem soll Trump die republikanischen Abgeordneten dazu drängen, dass sie endlich ein neues Gesundheitspaket beschließen, das Barack Obamas Reformen ("Obamacare") ablösen soll und das der Präsident als seinen Erfolg verkaufen kann. Allerdings soll es unter den Republikanern noch große Unstimmigkeiten geben, wie weit dabei die Kürzungen gehen sollen.

Trump versucht jedenfalls schon seine ganze Präsidentschaft, der Russland-Affäre zu entkommen - die ihn aber doch immer wieder einholt. So soll es aus diesem Grund schon große Unstimmigkeiten mit Justizminister Jeff Sessions gegeben haben, der bereits über einen Rücktritt nachgedacht haben soll. Und die Russland-Affäre wird Trump auch nach der Anhörung im Senat nicht loswerden: Die Ermittlungen dazu führt nun der frühere FBI-Chef Robert Mueller, der als Sonderermittler mit umfassenden Vollmachten ausgestattet ist.

Sollte es tatsächlich zu einem Amtsenthebungsverfahren gegen Trump kommen, stehen die Trump-Kritiker im republikanischen Lager vor einem Dilemma. Auch wenn laut jüngsten Umfragen mehr als die Hälfte der US-Bürger mit Trumps Arbeit unzufrieden ist - viele seiner Wähler aus der republikanischen Basis stehen weiter eisern zu ihrem Staatsoberhaupt.

Porträt: Christopher Wray

Als einen "Mann mit tadellosen Referenzen" kündigte US-Präsident Donald Trump in seinem liebsten Kommunikationsmedium Twitter die Bestellung von Christopher Wray zum neuen FBI-Chef an. Tatsächlich weist der 1967 geborene Jurist einen makellosen Lebenslauf auf: Er studierte an der Elite-Universität Yale. 2003 ernannte der damalige Präsident George W. Bush Wray zum Leiter der Abteilung für Verbrechensbekämpfung im Justizministerium. Dabei war Wray auch mit dem Skandal bei Enron befasst, jenem Energiekonzern, der zum Synonym für Bilanztricks wurde. Das FBI bezeichnete 2006 den Fall als "größte und komplexeste Ermittlung im Bereich Wirtschaftskriminalität" in der Geschichte der Behörde. Nach einer Zwischenstation bei der Großkanzlei King & Spalding steigt Wray nun zum Leiter des FBI auf - sofern der Senat Trumps Vorschlag folgt.

Top-Jurist soll neuer FBI-Chef werden