Canberra. Der für Australiens umstrittenen "Krieg gegen Schlepper" verantwortliche Einwanderungsminister Peter Dutton (Bild) wird neuer Heimatschutz-Superminister. Premier Malcolm Turnbull kündigte am Dienstag eine entsprechende Kabinettsumbildung an. Dutton soll mit dem neuen Ministerium die Kontrolle über den Inlandsgeheimdienst ASIO, die Bundespolizei, den Grenzschutz, Zoll, die Einwanderungsbehörde und eine neue Cyber-Abwehrbehörde bekommen.

"Es wird Australien sicherer machen, diese Behörden zusammen zu haben", sagte Turnbull. Dutton hat mit seiner harten Linie gegen Bootsflüchtlinge für internationale Kritik gesorgt. Flüchtlinge, die keinen offiziellen Umsiedlungsantrag stellen, sondern versuchen, Australien per Boot zu erreichen, werden von der Marine auf hoher See abgefangen und haben effektiv keine Chance, in das Land zu kommen.

Stattdessen werden sie in Lagern auf Pazifikinseln interniert - wie dem kürzlich geschlossenen und gewaltsam geräumten Lager auf Manus (Papua-Neuguinea). Australien führt für solche Flüchtlinge zwar ein Asylverfahren durch - wenn das positiv endet, erhalten sie aber nur in den oft bitterarmen Inselstaaten Asyl, nicht in Australien. Im Frühjahr 2016 zündeten sich aus Verzweiflung über diese Situation in einem Lager auf der Pazifikinsel Nauru zwei Flüchtlinge selbst an.

Potenzieller Premier


Dutton ficht das nicht an. Er verweist darauf, dass seit dem Beginn der harten Politik nach der Wahl 2013 kein Flüchtling mehr im Meer ertrunken ist. "Wir haben das Produkt der Schlepper zerstört." Vor seiner politischen Karriere war der Sohn einer Kindergärtnerin und eines Bauarbeiters für neun Jahre bei der Kriminalpolizei. Ein Teil der regierenden Liberalen Partei sieht in Dutton den Wunschnachfolger für Premier Turnbull.