Allerdings will der 75-Jährige ein Misstrauensvotum durch das Parlament akzeptieren. Die Abgeordneten hätten ihn gewählt, also könnten sie ihn auch abwählen, erklärte er. Tatsächlich war eine derartige Abstimmung für Donnerstag angesetzt. Viele ANC-Abgeordnete erklärten sich zuletzt bereit, den Präsidenten, der aus ihrer Mitte kommt, abzuwählen. Und auch dessen Nachfolger steht schon fest: Es ist dies Cyril Ramaphosa.

Der 65-Jährige wurde bereits im Dezember vergangenen Jahres zum neuen Vorsitzenden des ANC gewählt und soll nun auch das Präsidentenamt übernehmen. Ramaphosa unterscheidet sich stark von Zuma: Während Zuma kaum Schulbildung genossen hat, hat Ramaphosa ein Studium der Rechtswissenschaften abgeschlossen. Zudem wirkt er bei seinen öffentlichen Auftritten zurückhaltender und auch bedachter als der joviale und großspurige Zuma, der seine Reden gerne mit Gesangseinlagen abschloss.

Ramaphosa soll nun den ANC, dessen Reputation wegen all der Skandale rund um Zuma gelitten hat, bei den Wählern wieder populärer machen. Die einstige Befreiungsbewegung gegen die Apartheid ist zwar nach wie vor die mit Abstand größte Partei im Land. Doch die politischen Konkurrenten, etwa die liberale Democratic Alliance oder die linkspopulistischen Economic Freedom Fighters, rücken immer näher an den ANC heran.

Von der Politik
in die Geschäftswelt

Um das zu ändern, wird Ramaphosa mit der Korruption in der eigenen Partei aufräumen müssen. Dafür wird er auch einige Netzwerke zerschlagen müssen, die sich unter Zuma gebildet haben. Allerdings gibt es Zweifel, dass Ramaphosa der richtige Mann dafür ist - schließlich diente er Zuma seit 2014 als Vizepräsident. Oppositionsführer Mmusi Maimane von der Democratic Alliance wirft ihm daher Komplizenschaft vor.

Allerdings war Ramaphosa nie selbst in irgendwelche Korruptionsaffären verwickelt - weder als Politiker noch als Geschäftsmann. Der frühere Gewerkschafter aus dem Township Soweto war schon im Kampf gegen die Apartheid dem ANC verbunden und bereits 1999 einer der aussichtsreichsten Kandidaten für die Nachfolge Nelson Mandelas, der Ramaphosa sehr schätzte, als Präsident Südafrikas. Als daraus nichts wurde, wandte er sich der Geschäftswelt zu. Und war dabei äußerst erfolgreich, sein Vermögen wird vom Magazin "Forbes" auf 450 Millionen Dollar geschätzt. Nun verspricht er, mit seinen Erfahrungen als erfolgreicher Manager, die stagnierende Wirtschaft auf Vordermann zu bringen und so auch mehr Arbeitsplätze zu schaffen.