Außenminister Cavusoglu sieht rot, wenn die Sprache auf syrische Kurden kommt: Auf der Münchner Sicherheitskonferenz betonte er, dass Ankara die Südgrenze der Nato "gegen Terroristen" verteidige, und das im Einklang mit dem Völkerrecht. Wer sich an die Seite der YPG stelle, sei als feindliche Kraft zu betrachten, so Cavusoglu in Richtung USA.

Der Feldzug wird in der Türkei selbst zum großen Propaganda-Event. Kritik am türkischen Vorgehen ist weder aus dem Ausland noch im Inland erwünscht. Wer in der Türkei gegen den Einmarsch Stellung bezieht, riskiert eine langjährige Haftstrafe. Seit dem Beginn der Militäroffensive wurden insgesamt 786 Menschen in der Türkei wegen "Terrorpropaganda" festgenommen.

Offensive gegen Rebellen


Zeitgleich bereitet die syrische Armee auf einen groß angelegten Sturm auf die Rebellenhochburg Ost-Ghouta vor den Toren von Damaskus vor. In den vergangenen Tagen hat die syrische Armee aus dem ganzen Land Verstärkung in die Region gebracht, zuletzt feuerten Regierungstruppen mehr als 240 Granaten binnen einer Stunde auf drei Orte in der Enklave. "Die Verstärkung ist da, jetzt fehlt nur noch grünes Licht für die Offensive", so Rami Abdel Rahman, der Leiter der in London ansässigen "Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte".

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses der Staatsduma, Alexei Puschkow, hat auf der Münchner Sicherheitskonferenz jedenfalls bestritten, dass sich die Gewalt in Syrien einem neuen Höhepunkt annähert. Die Lage sei so ruhig wie nie zuvor, so Puschkow, es werde nur mehr lokal begrenzt gekämpft. Der Duma-Abgeordnete meinte zudem, dass es mittlerweile ein ganzes Netz an funktionierenden diplomatischen Kanälen gebe, was zur Deeskalation beigertragen habe. Dem Befund konnte der UN-Sonderbeauftragte für Syrien, Staffan de Mistura, nichts abgewinnen. Er sei besorgt, so der Diplomat, die Gewalt und die Einmischung ausländische Mächte hätten einen neuen Höhepunkt erreicht.