Washington. Bundeskanzlerin Angela Merkel und die neue schwarz-rote Koalitionsregierung setzen vorerst noch auf Gespräche mit der US-Regierung, um den Streit um deren geplante Importzölle zu lösen. "Die Umstände sind vielleicht etwas komplizierter geworden", sagte sie am Montag in Berlin. Das Thema Handel und fairer Handel werde jedenfalls beim kommenden EU-Gipfel auch eine Rolle spielen. "Ich begrüße sehr, dass die Europäische Kommission jetzt Gespräche führt. Das werden wir auch von unserer Seite machen, wenn die neue Regierung im Amt ist", kündigte sie an. Sie drohte aber zugleich, sollten die USA an ihren einseitigen Importzoll-Plänen festhalten, "dann müssen wir natürlich auch überlegen, wie wir in reziproker Weise darauf antworten können".

Im Übrigen bedarf es nach den Worten der Kanzlerin einer gemeinsamen europäischen Position, um wirkungsvoll für einen möglichst freien Handel streiten zu können. Die EU-Kommission kündigte unterdessen weitere Gespräche mit den USA an.

Und auch US-Präsident Donald Trump meldete sich erneut über den Kurznachrichtendienst Twitter. Er kündigte an, Handelsminister Wilbur Ross werde mit den Europäern über Zölle und deren Abschaffung sprechen.