Ankara/Afrin. Die Türkei will nach einer Einnahme der syrischen Stadt Afrin das Gebiet nicht an die Machthaber in Damaskus zurückgeben. Man habe keine Absicht, Afrin nach Abschluss der Offensive der syrischen Regierung wieder zu überlassen, sagte ein Sprecher des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan am Donnerstag dem staatlichen Sender TRT. Afrin werde "sehr bald" erobert sein.

Türkei will kurdisches Einflussgebiet verhindern

Die Stadt unweit der Grenze ist offenbar weitgehend eingeschlossen, die Wasserversorgung unterbrochen. Die humanitäre Lage dort verschlechtert sich weiter. Mit der Offensive versucht die Türkei den Einfluss der kurdischen Milizen der YPG zurückzudrängen. Es soll zudem verhindert werden, dass sich ein zusammenhängendes kurdisches Einflussgebiet vom Irak über Syrien bis in die Türkei bildet.

Zusammen mit den USA will die Türkei zudem rund um die gut 100 Kilometer weiter östlich gelegene Stadt Manbij eine sogenannte Sicherheitszone schaffen. Dies sei mit den USA vereinbart und dies gelte auch nach dem Wechsel im US-Außenministerium von Rex Tillerson zu Mike Pompeo.

Beziehungen zwischen Türkei und USA angespannt

Ein Besuch des türkischen Außenministers Mesüt Cavosuglu wurde allerdings vertagt, nachdem die Ablösung Tillersons Anfang der Woche bekannt gegeben wurde. Die Beziehungen zwischen der Türkei und den USA sind angespannt, da die USA die kurdische YPG als Verbündete im Kampf gegen die Extremistenmiliz des IS unterstützen. Die Türkei sieht die YPG allerdings als verlängerten Arm der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), die sie als Terror-Organisation einstuft.