Jacob Zuma wird Korruption und Betrug vorgeworfen. - © reuters
Jacob Zuma wird Korruption und Betrug vorgeworfen. - © reuters

Johannesburg. (apa/klh) Nach Jahren an der Spitze Südafrikas geht es nun für Jacob Zuma steil bergab: Nachdem der ANC-Politiker erst im Februar aufgrund innerparteilichen Drucks sein Präsidentenamt verloren hatte, ist er nun auch mit einem Gerichtsprozess konfrontiert. Und zwar muss sich der 75-Jährige wegen mutmaßlicher Korruption, Geldwäsche und Betrugs im Zusammenhang mit einem Rüstungsgeschäft verantworten. Es gebe eine klare Aussicht auf eine "erfolgreiche Strafverfolgung", erklärte am Freitag der oberste Staatsanwalt des Landes, Shaun Abrahams.

Es geht um ein milliardenschweres Rüstungsgeschäft aus dem Jahr 1999, als Zuma Vizepräsident war. Damals modernisierte Südafrika seine Streitkräfte und schloss mit zahlreichen europäischen Rüstungskonzernen Geschäfte ab, wobei offenbar nicht alles sauber ablief. Ein damaliger enger Mitarbeiter Zumas sitzt wegen der Causa bereits im Gefängnis. Der Fall hat in Südafrika seither alle Instanzen beschäftigt. Zuma sieht sich als Opfer eines politisch motivierten Verfahrens. Die Opposition hingegen hat lange die Justiz für ihre Nachsicht gegenüber dem Präsidenten kritisiert, die sie auf dessen unzulässige Einflussnahme zurückführte.

Für den regierenden African National Congress ist ein Gerichtsverfahren gegen Zuma ein zweischneidiges Schwert. Einerseits könnten im Laufe des Verfahrens allerhand schmutzige Machenschaften des ANC ans Tageslicht kommen, die der im öffentlichen Ansehen angeschlagenen Partei noch weiter schaden. Andererseits hat der ANC unter dem neuen Präsidenten Cyril Ramaphosa einen Neustart versprochen. Wenn sich die Partei nun von Zuma distanziert und die Justiz ihre Arbeit machen lässt, könnte ihr das nützen.