Düstere Aussicht. Nordkorea ist unter der Herrschaft der Kim-Dynastie in Sachen Menschenrechten Schlusslicht. Rechts: US-Bürger Otto Warmbier verstarb in Haft in Nordkorea. Nun klagt seine Familie das Regime.
Düstere Aussicht. Nordkorea ist unter der Herrschaft der Kim-Dynastie in Sachen Menschenrechten Schlusslicht. Rechts: US-Bürger Otto Warmbier verstarb in Haft in Nordkorea. Nun klagt seine Familie das Regime.

Washington/Pjöngjang. "Menschenrechtsverletzungen durch das Regime der Demokratischen Volksrepublik Korea sind und bleiben die schlimmsten weltweit, inklusive außergerichtlicher Hinrichtungen, Zwangsarbeit, Folter, willkürliche Verhaftungen sowie Vergewaltigung, Zwangsabtreibungen und andere sexuelle Gewalt im Land." So lautet das vernichtende Urteil des US-Außenministeriums über die Menschenrechtssituation in Nordkorea.

Zudem heißt es in dem Bericht, dass tausende Nordkoreaner jedes Jahr ins Ausland geschickt würden, dort wie Sklaven arbeiten, um Devisen für das Regime zu erwirtschaften. In dem Bericht wird auch auf Umerziehungs- und Arbeitslager hingewiesen. Das Regime würde zudem die Reisefreiheit und Bewegungsfreiheit seiner Bürgerinnen und Bürger sowie den Zugang zu Information einschränken. Die Regierung, so heißt es im Bericht weiter, würde die Aktivitäten seiner Bürger im Ausland genau beobachten und Menschen, die um Asyl ansuchen wollen, zwangsweise nach Nordkorea zu repatriieren trachten.

Nordkorea steht aber nicht nur beim US-Statedepartment auf der schwarzen Liste, wenn es um Menschenrechtsverletzungen geht, Organisationen wie Human Rights Watch, Amnesty International oder Freedom House schätzen die Menschenrechtslage im Land als verheerend ein:

Im jüngsten Bericht von Amnesty International zu Nordkorea heißt es, dass das Land zuletzt zwar "einige positive Schritte" unternommen habe, um an den internationalen Menschenrechtsmechanismen teilzunehmen, doch das habe bisher, so Amnesty International, keine echten Fortschritte gebracht. "Bis zu 120.000 Menschen sind immer noch in Lagern für politische Gefangene inhaftiert, wo die Haftbedingungen nicht den internationalen Standards entsprechen", heißt es im aktuellen Bericht von Amnesty International zur Menschenrechtslage in Nordkorea. Viele der Inhaftierten haben sich keiner international anerkannten Vergehen oder Verbrechen schuldig gemacht, sondern seien einzig und allein aus dem Grund inhaftiert worden, weil sie zu Personen, die der Staat als Staatsfeinde einschätzt, in einem Verwandtschaftsverhältnis stehen.

Bei den derzeitigen Verhandlungen zwischen Nord und Süd steht die Menschenrechtssituation in Nordkorea allerdings nicht im Vordergrund: Für den sozialliberalen Präsidenten Südkoreas, Moon Jae-in, muss es schmerzlich sein, diese Fragen bei seinen Gesprächen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un weitgehend auszusparen: Schließlich war Moon Jae-in als Mitglied der Demokratiebewegung in Südkorea selbst das Opfer von Polizeigewalt und wurde auch wegen seiner Beteiligung an Protesten gegen zeitweise der Universität verwiesen.