Doch für Südkorea steht eine Verbesserung der Beziehungen zum Norden und der Stop der nuklearen Aufrüstung des nördlichen Nachbarn derzeit im Vordergrund. Seit 1953 wurden nach südkoreanischen Angaben rund 3800 Südkoreaner nach Nordkorea entführt. 480 dieser Bürger sollen sich bis heute in Nordkorea aufhalten - dies ist einer jener Punkte, der in Südkorea bis heute für Empörung sorgt. Immerhin: Südkoreas Präsident Moon kann darauf vertrauen, dass die südkoreanische Bevölkerung seine Entspannungsbemühungen in differenzierter Weise einzuschätzen vermag.

Für US-Präsident Donald Trump wird es hingegen nicht so einfach, seinen Schlingerkurs in der Einschätzung der Nordkoreanischen Führung zu erklären: Hat Trump noch im September 2017 bei seinem Auftritt vor den Vereinten Nationen den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un als "Raketenmann auf Selbstmordmission" bezeichnet, überraschte er zuletzt die Öffentlichkeit mit seiner Einschätzung, dass Kim ein "sehr ehrenhafter" Mann sei - wofür er in US-Medien heftige Kritik erntete.

Trumps Schlingerkurs


Nicht besonders gelegen dürfte Trump auch kommen, dass nun die Familie des verstorbenen US-Studenten Otto Warmbier Nordkorea wegen "brutaler Folter und Mord" verklagt. In der Klagsschrift beschrieben Fred und Cindy Warmbier, die Eltern des Verstorbenen detailliert, wie ihr Sohn in den 17 Monaten seiner Gefangenschaft in Nordkorea vom "verbrecherischen" Regime des Machthabers Kim Jong-un misshandelt worden sei.

Ende 2015 war der damals 21-jährige Otto Warmbier nach einer Gruppenreise in dem Land bei der Ausreise festgenommen und wegen "feindlicher Handlungen gegen den Staat" zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt worden. Wenige Tage nach seiner Rückkehr in die USA im Juni 2016 starb er - er war damals bereits 15 Monate lang im Koma gelegen.

Derzeit sind zudem zwei US-Bürger in Nordkorea in Haft: Die beiden Lektoren an der Pjöngjang-
Universtität Kim Dong Chul und Kim Hak Song (der als Tony Kim bekannt ist) wurden wegen "feindlicher Akte gegen den Staat" inhaftiert. Die Familien der Inhaftierten hoffen nun, dass das Gipfeltreffen zwischen Trump und Kim zur
Freilassung der beiden führen könnte.