Mit der Gründung des Staates Israel 1948 erfüllte sich für Juden in aller Welt ein lang gehegter Wunsch. Doch kurz darauf begann der erste Nahost-Krieg. Für Israel war es ein Unabhängigkeitskrieg, für die Palästinenser der Beginn der "Nakba", ihrer Katastrophe der Flucht und Vertreibung. In den 70 Jahren seit Israels Staatsgründung kam es immer wieder zu bewaffneten Konflikten mit seinen Nachbarn.

14. Februar 1896: Der österreichisch-ungarische jüdische Publizist Theodor Herzl veröffentlicht sein Werk "Der Judenstaat".

1916: Das britisch-französische Sykes-Picot-Geheimabkommen legt die beiderseitigen Interessensphären in der Region nach dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches fest.

1917: "Balfour-Deklaration": Der britische Außenminister Arthur Balfour stellt den Juden das Recht auf eine "Heimstätte" in Palästina in Aussicht, britische Truppen erobern im Verlauf des Ersten Weltkriegs Jerusalem.

1925: Gründung der Hebräischen Universität in Jerusalem. Einwanderungswelle aus Polen.

1933: Die Machtübernahme der Nationalsozialisten von Adolf Hitler in Deutschland und der Zweite Weltkrieg haben eine Einwanderung mitteleuropäischer Juden zur Folge.

29. November 1947: Die Vollversammlung der Vereinten Nationen ruft zur Teilung des britischen Mandatsgebiets Palästina in einen jüdischen und in einen arabischen Staat auf (Resolution 181). Die Juden stimmen zu, die Araber in Palästina und die arabischen Staaten lehnen den Plan ab.

14. Mai 1948 (Heuer am 19. April nach dem jüdischen Kalender) : Der erste israelische Ministerpräsident David Ben Gurion verliest die Unabhängigkeitserklärung. Am Tag darauf erklären die arabischen Nachbarstaaten Ägypten, Jordanien, Libanon, Irak und Syrien dem neuen Staat Israel den Krieg. Israel kann sein Territorium vergrößern und den Westteil Jerusalems erobern. Rund 700.000 Palästinenser fliehen vor den Kämpfen.

1949: De-facto-Anerkennung Israels durch Österreich. Überführung der Gebeine von Theodor Herzl von Wien nach Jerusalem.

Juni 1967: Israel erobert den Gazastreifen, die Sinai-Halbinsel, das Westjordanland, Ostjerusalem und die Golan-Höhen.

Oktober 1973: Eine Allianz arabischer Staaten unter der Führung von Ägypten und Syrien überfällt Israel zu Yom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag. Nur unter schweren Verlusten gelingt es Israel, den Angriff abzuwehren.

März 1979: Israels Regierungschef Menachem Begin und Ägyptens Präsident Anwar al-Sadat schließen einen von den USA vermittelten Friedensvertrag. Es ist Israels erster Friedensvertrag mit einem arabischen Staat.

1980: Österreich erkennt unter Bruno Kreisky als erster westlicher Staat die Palästinensische Befreiungsorganisation PLO an.

Dezember 1987: Ausbruch des ersten Palästinenseraufstands Intifada.

September 1993: Israels Ministerpräsident Yitzhak Rabin und PLO-Chef Yasser Arafat unterzeichnen die Oslo-Friedensverträge.

4. November 1995: Yitzhak Rabin wird nach einer Friedenskundgebung von einem jüdischen Fanatiker erschossen.

September 2000: Nach einem Besuch von Israels damaligem Oppositionsführer Ariel Sharon auf dem Tempelberg in Jerusalem bricht die zweite Intifada aus.

Juli 2006: Israel und die libanesische Hisbollah-Miliz liefern sich einen einmonatigen Krieg.

Juni 2007: Die Hamas vertreibt in einem blutigen Machtkampf unter Palästinensern die Fatah aus dem Gazastreifen.

2008/2009 bis August 2014: In drei Konflikten bekriegen sich das israelische Militär und die Hamas im Gaza-Streifen. Kurz vor dem Krieg 2014 scheitert der bisher letzte Versuch der beiden Seiten, am Verhandlungstisch eine Friedensregelung zu vereinbaren.

Dezember 2017: US-Präsident Trump verkündet die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels und den Umzug der Botschaft. Die Entscheidung stößt international auf heftige Kritik.