Addis Abeba. Im Bemühen um ein Ende des Grenzkonflikts mit Eritrea hat der äthiopische Regierungschef Abiy Ahmed eine ranghohe Delegation aus dem Nachbarland willkommen geheißen.

Nach einem Empfang auf dem roten Teppich und einem Abendessen im Nationalpalast in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba verwies Abiy in einer Rede auf die wirtschaftlichen Vorteile, die eine Annäherung zwischen beiden Ländern bringen würde. "Wir in Asmara sehen das genauso wie Sie", meinte der Präsidentenberater aus Eritrea, Yemane Gebreab. Yemane war gemeinsam mit dem ranghohen Diplomaten Osman Saleh nach Äthiopien gereist.

Der neue äthiopische Regierungschef Abiy hatte im April in seiner Antrittsrede versprochen, mit Eritrea zu einer Friedenslösung zu kommen. Anfang Juni kündigte er an, den Beschluss einer von der UNO unterstützten internationalen Schiedskommission über den Grenzverlauf aus dem Jahr 2002 "vollständig" umzusetzen. Äthiopien werde sich aus umstrittenem Gebiet zurückziehen.

Eritrea hatte sich Anfang der 90er Jahre nach einem drei Jahrzehnte währenden blutigen Bürgerkrieg von Äthiopien abgespalten und sich im Jahr 1993 für unabhängig erklärt. Das weit größere Äthiopien verlor dadurch den enorm wichtigen direkten Zugang zum Roten Meer.