Buenos Aires. Im Bemühen um eine Eindämmung der Währungskrise und des hohen Budgetdefizits in Argentinien hat Präsident Mauricio Macri einen drastischen Sparplan angekündigt. "Wir müssen uns einem fundamentalen Problem stellen: nicht mehr auszugeben, als wir haben", sagte Macri am Montag in einer Fernseh-Ansprache. Nur auf diese Weise könnten die Staatskonten ausgeglichen werden.

Vorgesehen sind unter anderem die Abschaffung oder Zusammenlegung mehrerer Ministerien sowie eine höhere Besteuerung der Exporte. Exportunternehmen hätten von der drastischen Abwertung der Landeswährung Peso profitiert und sollten nun stärker zum Landesetat beitragen, sagte Macri. Exportsteuern seien zwar "eine schlechte Steuer", doch gebe es derzeit einen "Notfall".

Der Präsident äußerte sich am Tag vor einem Treffen seines Finanzministers Nicolas Dujovne in Washington mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF). Er will dort über die raschere Auszahlung von bereits bewilligten Milliardenkrediten beraten, diese Bitte hatte die argentinische Regierung in der vergangenen Woche vorgebracht. Im Gegenzug müsste sich Argentinien zu Sparmaßnahmen verpflichten.

Die Regierung Macris steht unter starkem Druck. Sie muss nervöse Investoren davon überzeugen, dass das Land seine Schulden zurückzahlen kann. Der argentinische Peso hat seit Beginn des Jahres bereits 50 Prozent an Wert zum Dollar eingebüßt. Grund ist vor allem die beunruhigende Entwicklung der Inflation. Im Juli betrug sie fast 20 Prozent, bis zum Jahresende könnten es 30 Prozent sein. Das Land steht außerdem am Rande einer Rezession und hat ein hohes Haushaltsdefizit. Macri bezeichnete die Lage als "dringend", zeigte sich aber zuversichtlich, dass das Land sie in den Griff bekommen werde.