Istanbul/London. Die Verlobte des getöteten saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi hat US-Präsident Donald Trump davor gewarnt, die Vertuschung der Tat hinzunehmen. "Ich bin extrem enttäuscht von der Haltung der Führung vieler Länder, insbesondere der USA", sagte Hatice Cengiz bei einer Gedenkfeier in London am Montagabend.

"Präsident Trump sollte helfen, die Wahrheit zu enthüllen und sicherzustellen, dass Gerechtigkeit geschieht. Er sollte nicht zulassen, dass der Mord an meinem Verlobten vertuscht wird." Der saudi-arabischen Führung warf die Türkin vor, den Leichnam Khashoggis zu verstecken, und forderte, dass alle "bösen Kriminellen und ihre feigen politischen Herren" zur Rechenschaft gezogen werden. Der Tod ihres Verlobten habe "eine Leere in meinem Herzen und meiner Seele" hinterlassen, sagte Cengiz. Hätte sie gewusst, was passieren würde in dem Konsulat, "hätte ich mich selbst dem Mordteam entgegengestellt".

Türkei fordert Auslieferung der Verdächtigen

Nach wochenlangem Dementi hat der saudische  Generalstaatsanwalt Saud Al-Mojeb vergangene Woche zugegeben, dass gemäß den türkischen Ermittlungen Khashoggi "mit Vorsatz" getötet worden sei.

Mojeb reiste am Montag nach Istanbul, um sich bei seinen türkischen Kollegen über die Ermittlungen zu informieren. Nach einem ersten Treffen am Montag kam er am Dienstagvormittag erneut mit dem leitenden Staatsanwalt in dem Fall zusammen. Anschließend begab sich Mojeb in das Konsulat, wo Khashoggi vor vier Wochen getötet worden war.

Der Staatssender TRT Haber berichtete, Mojeb habe darum gebeten, alle Elemente zu den Ermittlungen zu erhalten, doch habe die türkische Seite dies abgelehnt. Sie habe ihm ihrerseits nach dem Ort der Leiche befragt.

Die Türkei fordert die Auslieferung der 18 Verdächtigen, die in dem Fall in Saudi-Arabien festgenommen wurden, um ihnen in Istanbul den Prozess zu machen. Die Führung in Riad hat dies jedoch abgelehnt.