"Arbeitszeit runter, Löhne rauf", skandierten hunderte Teilnehmer einer Protestkundgebung der Gewerkschaften der Privatangestellten und der Dienstleistungsgesellschaft vida am Mittwochnachmittag vor dem Stephansdom in der Wiener Innenstadt. Die Demonstranten wollten damit der Forderung einer Arbeitszeitverkürzung auf eine 35-Stunden-Woche vor der nächsten Verhandlungsrunde am kommenden Montag Nachdruck verleihen. Dabei geht es um die Kollektivvertragsverhandlungen für rund 125.000 Beschäftigte in der Sozialwirtschaft, deren einzige Forderung diesmal die 35-Stunden-Woche ist.

Der Wiener Landesvorsitzende der Gewerkschaft vida, Helmut Gruber, betonte bei der einstündigen Kundgebung, dass eine Streikfreigabe des ÖGB bereits vorhanden sei: "Wir scheuen uns nicht, diesen Schritt zu gehen." Der Gewerkschafter bekräftigte, man werde von der Forderung nach einer 35-Stunden-Woche nicht abgehen. Im Zuge der Protestaktion war verkündet worden, dass die Arbeitgeber bisher für Pflegekräfte in den Sozialorganisation wie Volkshilfe und Hilfswerk zuletzt lediglich eine Lohnerhöhung um 2,35 Prozent angeboten hätten.

Die Vorsitzende der Privatangestellten-Gewerkschaft, Barbara Teiber, sprach von einem "historischen Kampf". Denn 45 Jahre nach der Einführung der 40-Stunden-Woche gehe es jetzt um eine weitere Arbeitszeitverkürzung. Sie drohte ganz offen, sollte es von Seiten der Arbeitgeber keine Bewegung geben: "Dann müssen wir unseren Protest von der Straße in die Betriebe tragen, sonst würden es einige nicht kapieren."

Die Gewerkschaftsorganisatoren sprachen von rund 800 Teilnehmern. Zu der Aktion waren trotz eisigen Windes und Semesterferien Betriebsräte und Personalvertreter aus Wien und auch Niederösterreich gekommen. Ähnliche Protestaktionen finden diese Woche in allen Bundesländern statt.