Seit April 2018 errichtet die Wien Energie E-Ladestationen. Die "Basis-Infrastruktur" zum Laden von E-Autos umfasst immerhin bereits rund 1.000 Ladepunkte für rund 6.100 E-Autos. Allerdings beschwert man sich bei der Wiener ÖVP darüber, dass hier die Außen- und Flächenbezirken vernachlässigt würden. "Aber gerade in den Flächenbezirken herrscht der Großteil des starken Bevölkerungswachstums, weshalb ein Mitwachsen der Infrastruktur besonders wichtig ist", heißt es etwa. Ein Blick auf die Bezirksverteilung der öffentlichen E-Ladestationen auf die Bevölkerung gerechnet bestätigt das: So klaffen speziell in den Flächenbezirken wie etwa Liesing oder Simmering Versorgungslücken, auch in Gebieten mit einer hohen Bevölkerungsdichte.

"Während in den Innenbezirken das Versprechen von Wien Energie - keine Ladestation wird weiter als 200 Meter vom Kunden entfernt sein - zumeist eingehalten werden kann, so gilt dies für die Flächenbezirke überhaupt nicht", ÖVP-Gemeinderat Patrick Gasselich aus Liesing. Dabei würden gerade jene Gebiete, die nicht mit guter öffentlicher Verkehrsinfrastruktur ausgestattet sind, von multimodalen Hubs beziehungsweise flexiblen Mobilitäts-Angeboten besonders profitieren.

Ihr Browser kann derzeit leider keine SVG-Grafiken darstellen!

Die ÖVP fordert daher ein dichteres Versorgungsnetz für die Flächenbezirke. Dies betreffe auch den massiven Ausbau an Kapazitäten in Park&Ride-Anlagen sowie die Bereitstellung von Schnellladestationen. "In den letzten Jahren sind in Wien die Flächenbezirke massiv gewachsen, wobei die Infrastruktur mit diesem Wachstum nicht mithalten kann. Dieser Missstand betrifft auch die E-Ladestationen. Die Stadt Wien muss ihren Worten nun auch endlich Taten folgen lassen und den Ausbau der E-Ladestationen beschleunigen", betonte auch ÖVP-Verkehrssprecher Wolfgang Kieslich.

"In Garagen billiger"

Aus dem Büro vom zuständigen Stadtrat Peter Hanke hieß es dazu, dass es gerade in den Flächenbezirken und Neubaugebieten viel zielführender sei, die Ladeinfrastruktur in Garagen voranzutreiben und nicht im öffentlichen Raum. Einerseits würden die Autos dort 90 Prozent der Zeit stehen, andererseits seien im Neubau die Kosten für die Errichtung von Ladestellen deutlich geringer. Innerstädtisch gebe es wiederum kaum Garagen, weshalb - auch aufgrund der Bevölkerungsdichte - hier das Netz aktuell noch engmaschiger sei. Abgesehen davon seien immer 400 Meter-Abstände zur nächsten Ladestation kommuniziert worden und nicht, wie von der ÖVP behauptet, 200 Meter, meinte ein Sprecher.