Wien hat ein neues Corona-Hilfspaket für Ein-Personen-Unternehmen (EPU) geschnürt: Ab April werden zehn Millionen Euro über die Wirtschaftsagentur zur Verfügung gestellt. Rund 65.000 EPUs gibt es in Wien, wie Bürgermeister Michael Ludwig und Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke (beide SPÖ) sowie Neos-Wirtschaftssprecher Markus Ornig am Dienstag erklärten.

Auch beim Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmerförderungsfonds (waff) können EPUs um Förderungen ansuchen. Ausbildungen etwa im kaufmännischen oder betriebswirtschaftlichen Bereich werden über diese Schiene mit bis zu 2.000 Euro unterstützt, wobei im Maximalfall 80 Prozent der Kurskosten abgegolten werden, hieß es.

Konkret können das Ausbildungen im kaufmännisch und betriebswirtschaftlichen Bereich sein (z.B. Buchhaltung, Controlling, Datenschutz, Wirtschaftsführerschein, Steuerrecht, Einnahmen-Ausgaben-Rechnung, Büroorganisation). Ausbildungen gibt es weiters im digitalen Bereich, uunter anderem zu den Themen Optimierung des Social-Media-Auftritts, ECDL, Excel-Kurs, e-Rechnung, Photoshop, digitale Kommunikation. Ebenso sollen Ausbildungen im Bereich der sprachlichen Kompetenzen gefördert werden. Dafür stellt der waff laut Hanke 1,5 Millionen Euro bereit. Weiters soll es eine Neuauflage der "Wien Online"-Förderung geben. Bisher hat die Stadt die Digitalisierung von Wiener Betrieben und deren Online-Präsenz mit insgesamt 15 Millionen Euro unterstützt und bis zu 10.000 Euro Förderung pro Betrieb ausgezahlt.

"Jetzt geht die Förderung mit 3 Millionen Euro in die nächste Runde. Betriebe werden mit bis zu 20.000 Euro unterstützt, neue digitale Vertriebskonzepte umzusetzen und neue Märkte zu erschließen", so Hanke. Dadurch sollen der Rückzug ins reine Onlinegeschäft und damit Leerstände verhindert und ein attraktiver lebendiger Raum gefördert werden. So sollen dann auch bisher rein online tätige Unternehmen mit dieser Förderung adressiert werden, wenn sie ihre Vertriebsmaßnahmen hin zum stationären Handel weiterentwickeln.

Bilanz gezogen

2020 wurden von der Wirtschaftsagentur Wien insgesamt acht zusätzliche Corona-Förderungen neben den laufenden Unterstützungen für Wiens Unternehmen bereitgestellt. Mit den Corona-Hilfsprogrammen 2020 wurden 4.332 Projekte von Unternehmen in Wien mit insgesamt 32 Millionen Euro gefördert, 7.000 Arbeitsplätze wurden digitalisiert und konnten für den Standort Wien erhalten werden, rechneten Ludwig und Hanke vor.

"Alibi-Aktionen"

Weitere fünf Corona-Maßnahmen hat die Stadt über den waff mit rund 69 Millionen Euro auf den Weg geschickt. 31,5 Millionen Euro stehen hier unter anderem für arbeitslose Wiener zur Verfügung, die bis Ende 2023 Ausbildungen für Gesundheits-, Pflege- und Sozialberufe in Anspruch nehmen können. Für junge arbeitslose Wiener hat hat die Stadt 17 Millionen Euro bereitgestellt, mit 10 Millionen Euro wurde die überbetriebliche Lehrausbildung auf 5.172 Ausbildungsplätze aufgestockt. Auch die Joboffensive 50plus wurde auf 1.750 Stellen aufgestockt, wie erklärt wurde.

Kritik kam sogleich von der Wiener FPÖ, die von einer "Alibi-Aktionen" vonseiten der Stadtregierung sprach. "Es braucht endlich eine richtige Job-Offensive mit Lohnnebenkosten- und Gebührensenkungen, damit die Wienerinnen und Wiener sich das Leben leisten können", erklärte etwa FPÖ-Chef Dominik Nepp in einer Reaktion.(rös)