Die genauen Vorgaben von Bildungsminister Heinz Faßmann für die Rückkehr in den Abschlussklassen in den Schulen in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland trotz des Lockdowns liegen vor. Freitagmittag war es soweit: Der Erlass des Bildungsressorts wurde ausgeschickt. In den vierten Klassen der Volksschulen, in den vierten Klassen der Mittelschulen und der AHS-Unterstufen sowie in den Abschlussklassen der AHS und der berufsbildenden mittleren und höheren Schulen wird es demnach, wie angekündigt, trotz des grundsätzliches Heimunterrichts in der kommenden Woche Präsenzunterricht in den Klassen geben. Der Erlass, der der "Wiener Zeitung" vorliegt, schreibt jetzt auch vor, dass beim Präsenzunterricht ab kommender Woche in den Abschlussklassen das Schwergewicht praktisch auf die Hauptfächer gelegt werden soll.

Zuvor hatte es aus mehreren Gründen bei Lehrern und ihren Gewerkschaftsvertretern Unmut gegeben. Einmal mehr wurde beklagt, dass Direktoren und Lehrer von den Neuregelungen zuerst aus den Medien erfahren haben. Gleichzeitig war man ungehalten, dass der Erlass mit den genauen Details erst am Freitag ausgeschickt wurde, obwohl die Neuregelung bereits ab Montag zum Tragen kommt, was wenig Zeit für die Vorbereitung lässt. Der Zentralausschuss der Personalvertretung der Wiener Pflichtschullehrer hat darüber hinaus den ständigen Wechsel zwischen Heim- und Präsenzunterricht kritisiert.

Konkret beinhaltet der Erlass jetzt die Sonderregelung für den Schulbetrieb in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland für die Zeit von 12. bis 17. April, also von kommenden Montag bis Samstag. Generell wird in diesen drei Bundesländern wegen der Verlängerung des Lockdowns in der Ostregion "grundsätzlich" ortsungebundener Unterricht, also Heimunterricht, vorgeschrieben. Ausnahmen davon und damit Präsenzunterricht gilt für die Abschlussklassen: Schülerinnen und Schüler der vierten Klassen in den Volksschulen in der Ostregion müssen demnach an jedem Werktag im Präsenzunterricht in den Klassen sein, Schüler in den vierten Klassen der Mittelschulen und der AHS im Schichtbetrieb.

Der Erlass lässt den Schulleitungen an den einzelnen Schulstandorten dabei einen gewissen Spielraum. "Entsprechend der organisatorischen Gegebenheiten am Standort kann der Präsenzunterricht auch in Kleingruppen erfolgen beziehungsweise in Organisationsformen, die vom regulären Stundenplan abweichen", erfolgen, wird ausdrücklich festgehalten.

Fix ist jetzt auch, dass Schüler an Berufsschulen in Abschlussklassen sowie an Polytechnischen Schulen ebenfalls Präsenzunterricht in der kommenden Woche in den drei Bundesländern Wien, Niederösterreich und Burgenland haben werden. Für Schülerinnen in Abschlussklassen in Sonderschulen ist in der Primarstufe täglich Präsenzunterricht, in der Sekundärstufe Schichtbetrieb vorgesehen.

Teilweise Spielraum für Schulen

Der Bildungsminister macht im Erlass dann noch weitere Vorgeben für den Präsenzunterricht von 12. Bis 17. April. In den Abschlussklassen solle "eine Konzentration auf jene Unterrichtsgegenstände erfolgen soll, die für den positiven Abschluss beziehungsweise Übertritt in eine weiterführende Schule besonders relevant sind", heißt es wörtlich im Erlass. Insbesondere unverbindliche Übungen sowie "Gegenstände von keiner unmitttelbaren Konsequenz für den positiven Abschluss der Schülerinnen und Schüler sind nicht zwingend im Präsenzbetrieb durchzuführen", wird weiter angeführt. Dabei komme den Schulen ein autonomer Gestaltungsspielraum bei der Organisation zu.

Vorgaben sieht der Erlass außerdem für Schularbeiten und Förderunterricht vor. Bereits angesetzte Schularbeiten können demnach stattfinden, sofern im Sommersemester noch keine Schularbeit im jeweiligen Unterrichtsgegenstand abgehalten wurde. Auch die für das Sommersemester 2021 zusätzlich zur Verfügung gestellten Förderstunden zur Kompensation von coronabedingten Leistungsdefiziten können – gegebenenfalls geblockt – mit Anwesenheit in den Schulen abgehalten werden. Zuvor müssen jeweils als Corona-Schutzmaßnsahme Nasenbohrertests durchführt werden.