Wien wird die ab morgen, Donnerstag, geltende Öffnungsverordnung des Bundes mittels regionaler Maßnahmen verschärfen. Das hat Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) am Mittwoch angekündigt. So brauchen künftig auch Kinder ab sechs Jahren einen Corona-Nachweis an Orten, wo die 3G-Regel gilt - also etwa in der Gastronomie. Dies werde meist bedeuten, dass ein Test verlangt wird, da Kinder üblicherweise weder genesen noch geimpft sind, wie Ludwig betonte.

Zudem sind die sogenannten Wohnzimmertests - also Antigentests, die alleine oder in Lokalen durchgeführt werden - nicht mehr als Zutrittsberechtigung erlaubt. Auch Tests, die direkt im Lokal absolviert werden, sind nun nicht mehr gültig. Schnelltests, die in den Teststraßen oder in Apotheken absolviert werden, können hingegen weiterhin verwendet werden.

Ludwig: "Die Gesundheitskrise ist noch nicht vorbei"

Nach einem Gespräch mit Fachleuten ließ der Bürgermeister die Öffentlichkeit wissen, dass er die Öffnungsschritte mit weiteren Maßnahmen begleiten will, "um eine Überlastung der Intensivbetten zu verhindern". 

Neben den Änderungen bei den Testungen dürfen Spitalspatientinnen und -patienten nur eine Person mit FFP2-Maske pro Tag als Besuch empfangen. Im Gastronomie-Bereich werden den gesamten Sommer über weiterhin Kontaktdaten erhoben, um das Contact Tracing weiter zu ermöglichen. Der Bund will diese Verpflichtung bereits ab 22. Juli erlassen. "Die Gesundheitskrise ist noch nicht vorbei. Die Mutation des Virus ist sehr ernst zu nehmen, denn die Delta-Variante ist deutlich infektiöser", sagte Bürgermeister Ludwig.

Er wolle jedenfalls vermeiden, dass ähnliche Fehler passieren, wie im vergangenen Jahr, als das böse Erwachen im Herbst gekommen sei. "Das Virus macht keine Ferien. Es ist besser jetzt noch Maßnahmen beizubehalten, damit es im Herbst nicht wieder zu Lockdown-ähnlichen Situationen kommt", warnte der Stadtchef und appellierte an die Bevölkerung, sich impfen zu lassen.

Gesundheitsminister unterstützt Wiener Initiative

Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) unterstützt den Wiener Vorstoß, wie er via Twitter betonte: "Im urbanen Raum ist das Testangebot ein besonders gutes. Ich begrüße daher die Initiative." Die Pandemie sei noch nicht vorbei. "Wir müssen wachsam bleiben und einen sicheren Herbst immer im Blick haben", hielt der Minister fest.

Ganz und gar nicht einverstanden zeigte sich hingegen Wiens FPÖ-Chef Dominik Nepp. "Testzwang" für Kinder ab sechs Jahren sei eine Frechheit, befand er in einer Aussendung. Dies werde etwa der Gastronomie weitere Einbußen bringen, warnte Nepp. (apa, red)