Für die Wiener ÖVP stehen die Stadterweiterung und der Erhalt von Landwirtschaftsflächen mehr und mehr in einem Spannungsfeld zueinander. Am Donnerstag forderten Klubobmann Markus Wölbitsch und Gemeinderätin und Landwirtschaftssprecherin Elisabeth Olischar die verstärkte Sicherung der landwirtschaftlichen Flächen Wiens. Die SPÖ habe nichts unternommen, um dem Schwinden der Flächen gegenzusteuern. Seit 2010 habe man etwa fünf Mal die Fläche des Augartens verloren, wurde kritisiert.

Im Mittelpunkt der Lösung steht für die Wiener ÖVP der Wiener Agrarstrukturelle Entwicklungsplan (AgSTEP). Erstmals 2004 erstellt, dient das Instrument etwa dazu, sogenannte landwirtschaftliche Vorranggebiete abzugrenzen und so Landwirtschaftsflächen zu sichern. Der Plan wurde in den Stadtentwicklungsplan (STEP) integriert. Eine Aktualisierung erfolgte 2014, jedoch wurde dieser Plan nicht in den neuen STEP aufgenommen – ein weiterer Kritikpunkt der Wiener ÖVP.

Sicherung von Vorrangflächen

"Die kartographische Verortung der Vorrangflächen soll im STEP wieder sichtbar sein", sagt Olischar. Anstatt der Reduzierung von Vorrangflächen sollten zusätzliche Flächen diese Definition erhalten. Zudem solle der AgSTEP zukünftig dem Wohnbauausschuss vorgelegt und im Gemeinderat diskutiert werden. Olischar und Wölbitsch forderten auch, dass die landwirtschaftliche Fläche Wiens auf dem gleichen Stand bleiben solle. Wenn Flächen verloren gehen, solle es Ausgleichsflächen für Landwirte geben. Hierfür könne man etwa Flächen der MA 49 verpachten, so die Forderungen. Auch die kurze Laufzeit von Pachtverträgen für städtische Flächen, solle auf mindestens zehn Jahre ausgeweitet werden. 

Wie dem rot-pinken Koalitionsprogramm entnehmbar ist, sieht auch die Stadtregierung eine Flächensicherung vor. "Die Stadtlandwirtschaft, beispielsweise die Simmeringer Gärtner und der Wiener Weinbau, braucht einen besonderen Schutz ihrer Flächen, damit wir die Qualität und die regionale Produktvielfalt stärken können", heißt es darin.