In Wien werden im laufenden Schuljahr 2021/22 noch dringend Lehrer gesucht. Das ist kein Nörgeln von Gewerkschaftern wegen Personalmangel, sondern Realität. Die Wiener Bildungsdirektion hat für die "Wiener Zeitung" in einem Zwischenstand aufgelistet, für welche Schulen Bewerber benötigt werden. Allein für die Volks- und Sonderschulen werden demnach rund 50 ausgebildete Lehrkräfte gebraucht, von den AHS wird ein Bedarf an rund 80 Pädagogen gemeldet, in Berufsbildenden Mittleren und Höheren Schulen (BMHS) und auch Berufsschulen läuft die Suche nach Fachlehrkräften ebenfalls.

Der Vorsitzende der Zentralausschusses der Wiener Pflichtschullehrer, Thomas Krebs (Christgewerkschafter, FCG) hat in der "Wiener Zeitung" eben beklagt, dass die Ausfälle durch Corona-Erkrankungen die Situation im jetzigen Lockdown an Wiens Volks-, Mittel- und Sonderschulen "massiv verschärft" haben. Er hat von einem "Personalnotstand" gesprochen.

Bedarf bei Mathematik in Mittelschulen

Nachholbedarf gibt es, wie die Zahlen der Wiener Bildungsdirektion zeigen, vor allem im Volks- und Sonderschulbereich, wo noch rund 50 ausgebildete Lehrkräfte in der Bundeshauptstadt gebraucht würden. Besser sieht es nach dieser Aufstellung in den Mittelschulen aus. In diesen könnten aber speziell noch Lehrkräfte im Fach Mathematik eingestellt werden, zumindest fünf Pädagogen. Diese Lücke wird derzeit durch Überstunden anderer Lehrer gedeckt.

Ähnlich ist die Situation an den Polytechnischen Schulen, wo ebenfalls fünf Lehrkräfte gesucht werden. Die Suche konzentriert sich dort auf Fachkräfte in Elektronik und Mechatronik.

In den Gymnasien ändert sich die Personalsituation fast täglich. Aktuell wird von den AHS ein Bedarf an 82 zusätzlichen Lehrern gemeldet, lautet die Auskunft der Wiener Bildungsdirektion.

Lehrermangel bei Fachunterricht

An den Berufsbildenden Mittleren und Höheren Schulen wird vor allem Fachpersonal gesucht. "Es besteht ein Mangel an ausgebildeten Personen für den fachtheoretischen sowie den fachpraktischen Unterricht in den Bereichen Elektrotechnik/Elektronik und Informatik", teilte die Bildungsdirektion mit. In den Berufsschulen werden für die Fachbereiche allgemeine Wirtschaftslehre sowie in den Berufen Gewerbeelektriker, Systemtechniker und Applikationsentwickler ausgebildete Personen für den Unterricht benötigt.

Nach Unterrichtsfächern aufgeschlüsselt ist weiterhin der Bedarf in den sogenannten MINT-Fächer wie Mathematik, Physik, Chemie und Informatik am größten. Schon jetzt behilft man sich in Wien mit Studenten, um die Personallücken abzudecken. Aber auch diese seien "nur begrenzt verfügbar", wird betont.