Wien und sein Umland bilden für die Menschen, die hier wohnen, arbeiten und Erholung suchen, einen gemeinsamen Lebensraum. Seit 2006 wird diesem Umstand unter anderem durch das Stadt-Umland-Management Rechnung getragen. Damit soll die Zusammenarbeit der Gemeinde Wien mit den Umlandgemeinden gestärkt werden. Denn: "Territoriale Grenzen spielen kaum eine Rolle im Alltagsleben. Immer wenn es um Entscheidungen und Finanzierungen geht, sind die politischen, territorialen, administrativen Grenzen aber total entscheidend", führt Renate Zuckerstätter, eine der beiden Stadt-Umland-Manager, aus. Die jährlich stattfindende Konferenz ist ein Format, um die Umlandgemeinden mit der Stadt ins Gespräch zu bringen.

Der Fokus des Stadt-Umland-Managements liegt auf der Raumentwicklung mit den Aspekten Mobilität, Siedlungsentwicklung und Standortentwicklung. Welche Herausforderungen in diesem Bereich auf die Stadtregion zukommen, zeigen die Themen, denen sich die diesjährige Konferenz unter dem Titel "Stadtregion 2035 - Quo vadis?" widmet. Bereits im Veranstaltungsbogen im Vorfeld zur Konferenz ging es um Klimaneutralität, gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Bewahrung natürlicher Ressourcen.

Erhaltung von Grünräumen als Herausforderung

Als ein Beispiel für die Herausforderungen für die Stadt bis 2035 führt Zuckerstätter die Erhaltung von Grünräumen an. Das zeigt sich unter anderem auch im Projekt "Regionalpark DreiAnger". Das Grünraumprojekt umfasst eine Spange zwischen Bisamberg und dem Norbert-Scheed-Wald in der Donaustadt. Hier gibt es sowohl von der Stadtgemeinde Gerasdorf auf niederösterreichischer Seite als auch von den Bezirken Floridsdorf und Donaustadt auf Wiener Seite einen starken Druck durch Siedlungsentwicklung. "In Zusammenarbeit der Stadt Wien mit der Stadtgemeinde Gerasdorf und den Bezirken Floridsdorf und Donaustadt wird versucht, diese Kulturlandschaft für Naherholung zugänglicher zu machen und Konflikte zwischen Naherholungssuchenden und Landwirtschaft, die es auch immer wieder gibt, zu bearbeiten", sagt Zuckerstätter über die Aufgabenbereiche des Stadt-Umland-Managements.

Eine andere Herausforderung ist die Frage nach der Zukunft der Mobilität. Das sei, so die Stadt-Umland-Managerin, aus Sicht der Bevölkerung das größte Anliegen, weil es sie tagtäglich betrifft. Dabei sei die Mobilität unterschiedlich zu betrachten, abhängig davon, ob man sich in einem urbanen Raum mit einer guten öffentlichen Verkehrsanbindung befinde oder in einer kleinen Katastralgemeinde im nördlichen Weinviertel. "Dort, wo das Auto in der Zusammenschau noch immer das am besten funktionierende Verkehrsmittel ist, dort soll es sein. Das heißt nicht, dass alle anderen das auch nutzen müssen", so Zuckerstätter. Dabei sei eine Botschaft aus den bisherigen Veranstaltungen im Vorfeld der Konferenz: "Es muss sich gut anfühlen. Wir müssen wegkommen von einer Verzichtsdebatte hin zu einer Gewinndebatte."