Bei der Wiener SPÖ sieht man in dem Baustopp des Lobautunnels "ein wirtschaftliches Problem ungeahnten Ausmaßes" auf Wien und die Ostregion zurollen. Nur allein eine Verzögerung der Spange bedeute schon einen Baustopp für die Seestadt, weil die UVP für die Seestadt bedinge, dass es beide Abfahrten gibt.

- © M. Hirsch
© M. Hirsch

Ein Insider rechnet auf Grundlage einer 2015 von der damaligen grünen Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie vor: "Wird nur die Stadtstraße ohne Umfahrung gebaut, fahren 212.000 Fahrzeuge über die Südosttangente, ohne Stadtstraße 211.000. Das heißt, am Verkehrsaufkommen würde sich kaum etwas ändern. Allerdings würden mit der Stadtstraße Essling und Aspern in der Donaustadt massiv entlastet werden."

Der Bau der Umfahrung würde die Tangente um rund 30.000 Fahrzeuge pro Tag entlasten, aber insgesamt 65.000 Fahrzeuge auf die Umfahrung bringen: Es stimmt also, dass eine Umfahrung in Summe mehr Fahrzeuge bringen würde. "Aber das Schlimme sind die wirtschaftlichen Auswirkungen - ohne Umfahrung wird der Nordosten Wiens wirtschaftlich abgeschnitten. Und ohne Stadtstraße wird es Millionenklagen vonseiten der Wiener Städtischen und der Erste Bank geben." Denn mit dieser Spange würden zwar Wohnbauten möglich sein, aber Unternehmen würden sich keine mehr ansiedeln wollen, weil sie alle über die Südosttangente stauen müssten, ist man bei der SPÖ überzeugt.

Einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt es aber für die Roten: In Teilen der Wiener SPÖ spricht man von einem möglichen Geheim-Deal der Bundes-ÖVP mit den Grünen im Hintergrund: Man könnte - in der nächsten Legislaturperiode - beim nördlichen Teil der S1 zwischen Süßenbrunn und Raasdorf zur S8 anschließen. Die S8 ist zwar vorerst auf Eis gelegt, aber nicht durch Gewessler, sondern durch das Verwaltungsgericht - und soll auf Alternativen geprüft werden.

Brücke über die Donau

Hier sieht die SPÖ noch Chancen auf eine Umfahrung: Denn bei Mannsdorf sei der Nationalpark Lobau unterbrochen - "und dort könnte man auf der Höhe von Fischamend ohne Probleme eine Donaubrücke bauen und dann auf die S8 hinaufstechen, sodass der Verkehr vom Osten großräumig über die S8 geführt werden könnte", heißt es.(rös)