Vor dem Schulstart nach den Weihnachtsferien am Montag kommt von den Pflichtschullehrervertretern eine Warnung. Wegen des "Personalnotstands" an Volks-, Mittel- und Sonderschulen könne man sich keine Personalausfälle mehr erlauben, betont der Vorsitzende des Zentralausschusses der Wiener Pflichtschullehrer, Thomas Krebs. Würden die Coronainfektionen rasch ansteigen und Pädoginnen und Pädagogen durch Erkrankungen ausfallen, sei an einzelnen Schulstandorten oder sogar in ganzen Regionen "der schulische Betrieb nicht mehr gesichert", befürchtet Krebs.

Der Lehrervertreter verlangte am Freitag vor allem eine bessere Unterstützung durch die Gesundheitsbehörden der Stadt Wien. Krebs möchte aber in der Folge auch die Eltern stärker in die Pflicht nehmen. Die PCR-Tests sollten an die Eltern "ausgelagert" werden, in den Schulen solle nur mehr ausnahmsweise getestet werden. Damit sich die Pädagoginnen und Pädagogen in den Schulen auf den Unterricht konzentrieren könnten.

Grundsätzlich gilt ab Montag, 10. Jänner, für die Schulen eine Sicherheitsphase mit drei Coronatests pro Woche auch für geimpfte Schüler. Bildungsminister Martin Polaschek hat die Eltern und Schüler außerdem bereits aufgerufen, die Schulkinder schon am Wochenende vor der Rückkehr in die Schulen zu testen, um die Sicherheit zu erhöhen. Wie vor Weihnachten gibt es zwar Präsenzunterricht. Eltern können ihre Kinder aber bis 15. Jänner ohne ärztliches Attest vom Präsenzunterricht entschuldigt abmelden.

Weiter "Defizite" bei Gesundheitsbehörden

Krebs berichtete, Rückmeldungen aus Schulen zeigten, dass die Lehrer an den Wiener Pflichtschulen den Präsenzunterricht als die "bevorzugte Unterrichtsform", die auch für die Schüler am ertragreichsten sei, ansehen. Zugleich sah der Vorsitzende des Zentralausschussses der Pflichtschullehrer in Wien von der Fraktion Christlicher Gewerkschafter (FCG) auch bald zwei Jahre nach Ausbruch der Pandemie "Defizite" bei den Behörden. Angesichts der noch ansteckenderen Omikronvirusvarante verlangte er deswegen Verbesserungen. 

Konkret gebe es an den einzelnen Schulstandorten "keine konkreten Ansprechpersonen in den Gesundheitsbehörden". Außerdem gebe es keine ausreichende Unterstützung durch die PCR-Testfirma und darüber hinaus zu wenige Schulärzte: "Nach fast zwei Jahren Pandemie gibt es immer noch kein medizinisches Fachpersonal für jeden Standort."

Probleme an Volks- und Sonderschulen

Vor Weihnachten habe die Wiener Stadtregierung mit dem PCR-Testsystem "Alles gurgelt" für alle Schultypen ein neues Testsystem eingeführt. Dieses stelle speziell für jüngere Volksschülerinnen und Volksschüler sowie für viele Schüler im sonderpädagogischen Bereich "große Probleme" dar.

Mängel ortet der oberste Pflichtschullehrervertreter auch bei der Ausstattung für einen digitalen Heimunterricht. Ein flächendeckender Heimunterricht sei immer noch nicht möglich, weil Lehrerinnen und Lehrer von der Stadt Wien als Schulerhalter der Pflichtschulen bisher fast keine digitale Ausrüstung zur Verfügung gestellt bekommen hätten. (ett).