"Ungewöhliche Zeiten bedürfen ungewöhnlicher Maßnahmen." In einem Schreiben, das der "Wiener Zeitung" vorliegt, hat sich die Wiener Bildungsdirektion jetzt an Lehramtstudenten gewandt. Diese sollen bei krankheitsbedingten Ausfällen von Lehrerinnen und Lehrern in Bundeshauptstadt den Schulunterricht sicherstellen.

In dem mit Freitag der Vorwoche datieren Brief wird hingewiesen, dass die um sich greifende Omikron-Coronavariante zu einem massiven Personalausfall an Pflichtschulen und höheren Schulen führen könnte. Jene Lehramtstudenten, die sich vorstellen können, kurzfristig zu unterrichten, sollten daher mittels E-Mail an angegebene Adressen ihre Anmeldung schicken.

Personalsituation ohnehin sehr angespannt

Der Personalabteilung der Wiener Bildungsdirektion sei es wichtig, ständig genügend qualifizierte Lehrerinnen und Lehrer zur Verfügung zu haben, wird in dem Schreiben erläutert, um den Unterricht für Wiener Schüler zu sichern. Erst Anfang Jänner hat der oberste Personalvertreter an Wiens Pflichtschulen, Thomas Krebs von der Fraktion der Christgewerkschafter (FCG), gewarnt, schon jetzt könne nicht mehr von einem Personalmangel in Wien die Rede sein, sondern es müsse von einem "Personalnotstand" gesprochen werden. Betroffen davon seien vor allem Volkschulen und der sonderpädagogische Bereich. In manchen Schulstandorten könne daher bei weiteren coronabedingten Ausfällen der Unterricht nicht mehr aufrecht erhalten werden.

Die Wiener Bildungsdirektion mit Heinrich Himmer an der Spitze betont, man bitte die Lehramtsstudenten daher "vorausschauend" um Unterstützung. Das sei notwendig, falls es tatsächlich zu einem "unüberbrückbaren Engpass beim Lehrpersonal" kommen sollte.

Wunschbezirk kann angegeben werden

Daran schließen die Mail-Adressen für die jeweiligen Schultypen, um sich anzumelden: für Pflichtschulen und Sonderschulen, für AHS sowie für berufsbildende mittlere und höhere Schulen. Bewerber sollen neben den Fächern, in denen sie unterrichten wollen auch den "Wunscheinsatzbezirk" anführen sowie Dokumente wie Geburtsurkunde und E-Card mitangeben, damit sie im Bedarfsfall "unverzüglich" eingesetzt werden können.

Einen Vorteil haben die Schulen in Wien und damit auch Eltern und Schüler. In der Bundeshauptstadt funktioniert der Einsatz der PCR-Coronatests mittlerweile weitgehend ohne gröbere Pannen im Gegensatz zu den Schulen in den anderen acht Bundesländern, wo Direktoren und Lehrpersonal mit Verzögerungen und Problemen bei PCR-Testergebnissen konfrontiert sind.