Die Erstversorgung der aus der Ukraine flüchtenden Menschen läuft auf Hochtouren - seit 3. März seien bereits mehr als 8.500 Menschen im Ankunftszentrum im 2. Bezirk betreut worden. Überdies wurden mittlerweile 1.600 Notschlafstellen eingerichtet, heißt es aus dem Büro von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ).

Kursierende Gerüchte über chaotische Zustände im Ankunftszentrum oder aber auch am Hauptbahnhof, wo täglich hunderte Flüchtlinge ankommen, weist man entschieden zurück. "Wenn man bedenkt, wie viele Menschen täglich bei uns ankommen und wie gut alle versorgt werden, dann sind solche Behauptungen wirklich fehl am Platz", meint etwa ein Sprecher von Hacker.

Allein am Donnerstag seien im Laufe des Tages 1.500 Menschen am Hauptbahnhof angekommen. Hier würden logistische Meisterleistungen erbracht: "Am Bahnhof steht die Caritas und nimmt alle in Empfang, vom Einsatzstab werden ihre Daten aufgenommen. Dann werden sie entweder mit Bussen oder mit den Öffis in die Ankunftszentren oder Notquartiere gebracht. Wir fragen sie, ob sie in andere Bundesländer fahren oder in Wien bleiben wollen. Die, die weiter wollen, werden am nächsten Tag in der Früh wieder zum Hauptbahnhof geführt und in die Obhut des Bundesheers zum Weitertransport gegeben. Außerdem wurden bereits 1.600 Notquartierplätze aufgebaut - eine Zahl, wie sie mir aus keinem anderen Bundesland bekannt ist."

1.200 Beratungen pro Tag

Auch im Austria Center Vienna (ACV) würden mittlerweile 1.200 Menschen pro Tag beraten und es ihnen ermöglicht, Leistungen aus der Grundversorgung zu beziehen und eine Wohnmöglichkeit zu erhalten. "Dieses Beratungszentrum ist seit einer Woche in Betrieb - eine Woche, bevor die entsprechende Verordnung von der Bundesregierung beschlossen wurde", betonte der Sprecher.

Ähnliches berichtet man auch aus dem Humanitären Ankunftszentrum im 2. Bezirk - die Situation in der "Sport-und-Fun-Halle" in der Engerthstraße sei derzeit gut. Auch die Halle mit Notschlafstellen im Ernst Happel-Stadion sei an, aber nie über der Kapazitätsgrenze, meint eine Sprecherin der Caritas. "Zu Chaos kann es gar nicht kommen, weil die Leute von der Sport-und-Fun-Halle weiterverwiesen werden", heißt es. Darunter beispielsweise auch an das Registrierungs- und Beratungszentrum im ACV.

Kinderwagen gefragt

Was die Lage bei Sachspenden anbelangt, ist man laut Caritas auch zufrieden. "Sachspenden sind derzeit nicht das Wichtigste", heißt es gegenüber der "Wiener Zeitung". Dies vor allem deshalb, weil diese stets mit erhöhtem organisatorischem Aufwand einhergehen würden. "Spenden kann man gezielt für das einsetzen, was jeweils akut gebraucht wird", erklärt die Caritas-Sprecherin.

Dem Vernehmen nach sollen aber derzeit Kinderwagen besonders gefragt sein, wie die "Wiener Zeitung" am Freitag erfuhr. Denn diese können aufgrund ihrer Sperrigkeit von den Flüchtenden meist nicht mitgenommen werden.(aum/rös)