Der Beschäftigungsanstieg in der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) in Wien wird vom Wirtschaftsförderungsinstitut (Wifo) mit 11.700 Arbeitsplätzen bis 2025 beziffert. Derzeit wird in diesem Berufsfeld aber nur jeder fünfte Job von einer Frau besetzt, erklärte Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke am Freitag und kündigte eine Ausbildungsinitiative an.

Denn auch nur 37 Prozent aller Absolventen in MINT-Fächern an österreichischen Universitäten seien Frauen. An den Wiener FH-Studiengängen in Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Technik liege der Absolventinnenanteil nur bei 21 Prozent. "Dieser Fachkräftebedarf und der geringe Frauenanteil in diesen FH-Studien ist für die Stadt Wien ein Call to Action. Deshalb starten wir ab sofort eine Ausbildungsinitiative nur für berufstätige Frauen, um sie für diese Berufe zu motivieren und das Fachkräfteangebot für Unternehmen zu erhöhen", betonte Hanke. Für diese Ausbildungsinitiative will die Stadt Wien 23,6 Millionen Euro in die Hand nehmen.

Konkret will die Stadt bis 2025 über den Wiener Arbeitnehmerinnenförderungsfonds (waff) 300 zusätzliche Studienplätze an Wiener Fachhochschulen für berufstätige Frauen finanzieren. Dabei geht es um Studiengänge mit einem geringen Frauenanteil im Bereich Digitalisierung (z.B. Digital Innovation Engineering an der FH Campus Wien), Nachhaltigkeit (z.B. Erneuerbare Energien an der FH Technikum Wien) und Technik (z.B. Technisches Vertriebsmanagement an der FH des BFI Wien). Der Fokus liegt dabei auf jenen 41 berufsbegleitenden technischen FH-Studiengängen in Wien, in denen der Frauenanteil unter 50 Prozent liegt, wie Fritz Meißl, Geschäftsführer des waff, ausführte.

Zuerst soll allen interessierten Frauen Vorbereitungskurse für die Zulassungsprüfung angeboten werden. Während des Studiums besteht die Möglichkeit für Stipendien. Für ein Bachelor-Studium gibt es bei entsprechendem Studienerfolg 10.000 Euro, für ein Master-Studium 7.500 Euro. Zusätzlich sind regelmäßige Vernetzungstreffen und Coachings von Mentorinnen geplant, um das Studium auch erfolgreich zu absolvieren.

Regelbetrieb ab Herbst 2023

In weiterer Folge soll eine intensive Einbeziehung von Wiener Unternehmen mit Fachkräftebedarf erfolgen. Grundsätzlich könnten schon im Herbst zusätzliche Studienplätze zur Verfügung gestellt werden, ab Herbst 2023 soll der Regelbetrieb der Initiative erfolgen, so Meißl.(rös)