Wenn Finanz- und Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke (SPÖ) vom Wirtschaftsstandort Wien spricht, möchte man fast selbst gleich aufspringen und ein Start-up gründen. Hanke unterlegte seinen Optimismus beim dienstägigen Pressegespräch des Bürgermeisters mit Zahlen. Die Stadt Wien und die Wirtschaftsagentur Wien präsentierten die Vorjahresbilanz internationaler Betriebsansiedelungen in der Bundeshauptstadt.

Mit 225 Unternehmen aus dem Ausland, die sich im Vorjahr in Wien niedergelassen haben, ist trotz Corona-Pandemie der zweitbeste jemals erzielte Wert erreicht worden. Nur 2019, ehe das Virus zugeschlagen hat, lag mit 266 Ansiedelungen noch höher.

Die Wirtschaftsagentur, ehemals Wirtschaftsförderungsfonds, ist, grob gesagt, eine gemeinsame Initiative von Stadt und Wirtschaftskammer. Sie rührt unter anderem im Ausland die Werbetrommel, um internationalen Betrieben Wien als Betriebsstandort schmackhaft zu machen.


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2.673 neue Arbeitsplätze

Im Vorjahr konnten 442 Millionen Euro an Investitionen lukriert werden, wie Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) am Dienstag erklärte. 2.673 Arbeitsplätze sind durch die Firmen entstanden. Deutschland ist mit 41 neuen Betrieben im Vorjahr wieder klar die Nummer eins in Wien. Die USA liegen mit 17 Neugründungen knapp hinter Italien auf Platz 3. Vor allem Unternehmen aus dem IT-Bereich, wie das in New York börsennotierte Software-Unternehmen Dynatrace, oder die aus Ungarn stammende IT-Fachkraft-Ausbildungsfirma Codecool siedlen sich verstärkt in Wien an.

"Arbeit und Wirtschaft werden in Wien gemeinsam gelebt, gedacht und entschieden", sagt Hanke und meint damit die Zusammenarbeit der Sozialpartner. Ein triftiger Grund für ausländische Investoren ist auch die hohe Lebensqualität der Stadt, die in internationalen Rankings immer auf den Spitzenplätzen landet.

Neue Anlaufstelle

"Seit dem Vorjahr bieten wir mit unserem Business Integration Center ein besonderes Service für internationale Fachkräfte, um Behördenverfahren zu vereinfachen", sagt Gerhard Hirczi, Geschäftsführer der Wirtschaftsagentur. Zudem betreibe man mit dem Expat Center seit elf Jahren eine Anlaufstelle für die alltäglichen Probleme (Kindergartenplatz, Arztbesuch, etc.) ausländischer Mitarbeiter. "Manchmal will jemand nur wissen, wo er in Wien Erdnussbutter bekommt", sagt Hirczi. Für Flüchtlinge aus der Ukraine, die im IT-Bereich Fuß fassen wollen, wurde ein eigenes Coaching ins Leben gerufen.

Positives verkündete Stadtrat Hanke zur aktuellen Arbeitsmarktsituation: "Wir hatten in Wien im Februar mit 870.000 einen Höchststand an Beschäftigten." Zudem sei die Arbeitslosigkeit mittlerweile wieder auf Vor-Corona-Niveau gesunken. (gh)