In Wien leben derzeit 30.000 Demenz-Patientinnen und -Patienten, in 30 Jahren wird sich diese Zahl verdoppeln. Um dieser Herausforderung zu begegnen, hat die Stadt nun eine Demenz-Strategie entwickelt. Ziel sei es, bis 2035 eine der demenzfreundlichsten Städte der Welt zu werden, erklärte Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) bei der Präsentation des Vorhabens gemeinsam mit der Seniorenbeauftragten der Stadt, Sabine Hofer-Gruber, am Dienstag.

Die Diagnose Demenz stelle Betroffene und deren Bezugspersonen vor großen Herausforderungen, die oft mit Stigmatisierung einhergingen. Die Stadt wolle mit ihrer Strategie allen Akteuren Orientierung bieten, um die bestehenden Angebote für ein gutes Leben mit Demenz weiterzuentwickeln. "Neben guter medizinischer Versorgung und pflegerischer Betreuung ist es ganz zentral, die Selbstständigkeit und Selbstbestimmung von Menschen mit Demenz zu erhalten und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben so lange wie möglich zu gewährleisten. Auf Basis der Wiener Demenzstrategie werden in den nächsten Jahren Lösungen erarbeitet und weitere Angebote geschaffen - mit dem klaren Ziel, 2035 eine der demenzfreundlichsten Städte der Welt zu sein", sagte Hacker.

Vier Handlungsfelder

In der Strategie sind vier Handlungsfelder formuliert, die von Expertinnen und Experten sowie Betroffenen erarbeitet wurden: Bewusstseinsbildung, Lebensorte, Teilhabe und Unterstützungsangebote. Rund um diese Handlungsfelder werden Projekte entwickelt. Eines davon, aus dem Bereich der Unterstützungsangebote, sind die Freizeitbuddys, die Freiwillige und Demenzbetroffene für gemeinsame Freizeitaktivitäten zusammenbringen. Zur Bewusstseinsbildung soll unter anderem eine Informationskampagne der Plattform Demenzfreundliches Wien mit dem Titel #demenzstreifzug beitragen.

"Die Wiener Demenzstrategie greift die wichtigsten Lebensbereiche auf, beschreibt die Situation von Menschen mit Demenz in der Stadt und definiert, wie die Stadt Wien für sie noch lebenswerter werden kann. Besonders dankbar bin ich den vielen Menschen, die an der Entwicklung der Wiener Demenzstrategie beteiligt waren und auch weiterhin gemeinsam mit uns ein demenzfreundliches Wien gestalten", so Hofer-Gruber.

Kern der Wiener Demenzstrategie sei die Bewusstseinsbildung für die Herausforderungen, mit denen von Demenz Betroffene tagtäglich konfrontiert sind. "Damit schaffen wir Solidarität zwischen allen Bürgerinnen und Bürgern", so Stadtrat Hacker. "Bewusstsein fördert die Teilhabe von Betroffenen und ihren Bezugspersonen in ihrem direkten Lebensumfeld. Bewusstsein schafft neue Möglichkeiten und führt zu einem niederschwelligen Zugang zahlreicher Unterstützungsangebote - und es ist essenziell, um Wien noch demenzfreundlicher zu gestalten." (apa)