Johannes Steinhart ist am Dienstag in der konstituierenden Sitzung nun offiziell zum neuen Präsident der Wiener Ärztekammer gewählt worden. Er wurde von der Vollversammlung der Ärztekammer für Wien bei 81 abgegebenen Stimmen mit 62 Stimmen gewählt. Steinhart löst damit den bisherigen Präsidenten Thomas Szekeres ab. Szekeres muss damit auch als Präsident der Bundes-Ärztekammer abdanken, weil diese Position nur einer der Landespräsidenten ausüben kann.

Koalition aus acht Fraktionen

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Steinhart hat mittlerweile eine Koalition aus insgesamt acht Fraktionen gebildet, die auf 56 von 90 Mandaten kommt - und die neuen Partner haben bereits einen Koalitionsvertrag für die kommende Funktionsperiode bis 2027 unterzeichnet. Unterzeichnet wurde der Koalitionsvertrag im Übrigen auch von den Spitzenkandidatinnen der "Turnusärzte für Turnusärzte - Assistenzärzt*inneninitiative", der Liste "We4U", den "Grünen Ärztinnen und Ärzten", der Liste "Asklepios - die Alternative mit Mut", den "Wahlärzten Wien" und der "Liste Integrative Medizin".

Steinhart kündigte an, eine "transparentere und kommunikativere Führung" in der Wiener Ärztekammer etablieren zu wollen. Er wolle etwas "für die nächsten 20 Jahre aufbauen". Inhaltlich hat sich seine Koalition vor allem auf eine deutliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Spitals- und niedergelassene Ärztinnen und Ärzte geeinigt. Vor allem für junge Menschen wolle man den Beruf attraktiver machen.

Johannes Steinhart ist 67 Jahre alt und gilt als ausgewiesener Experte des heimischen Gesundheitssystems. Über Jahrzehnte hinweg hat er die Kassenverhandlung österreichweit geführt. In seiner Eigenschaft als Wiener Kurienobmann hat er zahlreiche Projekte mitgestaltet, wie beispielsweise die Erstversorgungsambulanzen (EVA). Auch die Etablierung einer eigenen Patientenombudsstelle in der Ärztekammer für Wien ging auf seine Initiative zurück.