Das flächendeckende Parkpickerl sorgt seit seiner Einführung in vielen Bezirken für Erleichterung - aber in manchen auch für großen Unmut. Das betrifft vor allem die Flächen- bzw. Randbezirke und Randzonen der Stadt, die nicht so engmaschig an die Öffis angebunden sind wie die Innenbezirke.

Vor allem die Parkdauer bis 22 Uhr führt etwa in Liesing zu Problemen. Betroffen sind vorwiegend Wirtschaftsbetriebe. "Im 23. Bezirk betrifft dies besonders die Betreiber von Heurigen", beklagt der stellvertretende Bezirksvorsteher Patrick Gasselich (ÖVP). Die Regelung bis 22 Uhr führe zu Gästeeinbrüchen unter der Woche - "hier findet tatsächlich eine Stadtflucht statt - die Heurigen im benachbarten Perchtoldsdorf verzeichnen einen regelrechten Ansturm", meint Gasselich.

Das bestätigt auch Stefan Fuchs, Betreiber des Traditionsheurigen Steinklammer. "Im Sinne der Heurigenkultur und des gastronomischen Angebotes im Bezirk braucht es hier deswegen rasch die Herabsetzung der Parkdauer von 22 Uhr auf 18 Uhr. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist es völlig sinnlos, dass man Wirtschaftstreibenden unnötige Hürden aufstellt", so Fuchs.

"Die derzeitige schwierige wirtschaftliche Situation darf nicht durch unsinnige Regelungen auch noch erschwert werden", setzt Gasselich nach. Schon lange vor der Einführung des flächendeckenden Parkpickerls in Wien habe man vor solchen Zuständen gewarnt. "Wieso die Stadt Wien der Flucht der Heurigen-Gäste nach Perchtoldsdorf ungehindert zusieht, ist einfach nicht zu verstehen."

Ein weiterer Heurigenbetreiber in Mauer beklagt wiederum, dass er für seine Mitarbeiter kein betriebliches Parkpickerl bekommt. "Dafür müssten sie Zeitprotokolle der vergangenen drei Monate abliefern, um zu beweisen, dass sie außerhalb der Öffi-Betriebszeiten unterwegs sind. Aber wir haben ja nicht durchgehend ausgesteckt und ich kann auch nicht heute sagen, wie viele Mitarbeiter ich nächsten Monat brauche - das natürlich witterungsabhängig", so de Winzer.

"Ausnahme-Zonen teilweise komplett vollgeparkt"

Ein weiterer Kritikpunkt der ÖVP Liesing: Die Ausnahmengebiete seien seit Einführung des Parkpickerls nun täglich vollgeparkt. Betroffen davon sei vor allem das Industriegebiet Inzersdorf, das Areal westlich der Laxenburger Straße und die Bereiche um Großgrünmark und Mistplatz sowie u.a. die Brunner Straße, ein Teil der Laxenburger Straße das Industriegebiet Liesing um die Perfektastraße. Gasselich von fordert von der Stadtregierung deshalb nun eine Evaluierung der Gesamtsituation im Bezirk.(rös)