Wer über die Westautobahn, die A1, nach Wien kommt, kennt das Gebiet. Direkt in Aufhof ganz im Westen von Penzing nahe dem Lainzer Tiergarten war früher noch eine Raststätte. Ob dort künftig ein großes Logistikzentrum errichtet wird, für das es Pläne gibt, ist offen. In der Sitzung des Penzinger Bezirksparlaments hat es am Mittwochabend eine Mehrheit gegen eine positive Stellungnahme gegeben, die SPÖ blieb allein. Auch die Neos, die auf Stadtebene mit den Sozialdemokraten regieren, schlossen sich der Ablehnung der anderen Fraktionen, voran der ÖVP, an. Die Entscheidung über die neue Flächenwidmung trifft allerdings der Wiener Gemeinderat voraussichtlich im kommenden Jahr.

Bezirkschef verwundert

Die Bezirksvorsteherin von Penzing, Michaela Schüchner (SPÖ), zeigte sich im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" verwundert über die jetzige Ablehnungsfront. Sie verweist darauf, schließe erfolge die künftige Flächenwidmung auf dem Vorschlag zum Stadtentwicklungsplan aus dem Jahr 2017. Diesem haben, wie Schüchner hervorhebt, mit Ausnahme der FPÖ alle Parteien zugestimmt. Die Bezirkspolitiker verweist aber darauf, dass die Entscheidung letztlich beim Gemeinderat liege. Die Bezirksvorsteher des 14. Bezirks betont außerdem, dass es vorerst lediglich um den Flächenwidmungsplan zur Ansiedlung von Betrieben gehe. Es sei damit noch nicht gesagt, dass in Aufhof ein Logistikzentrum hinkomme.

Das Logistikunternehmen Transgourmet hat bisher aber kein Hehl daraus gemacht, dass in Auhof ein derartiges Projekt umgesetzt werden soll. Der Vorteil liegt in der verkehrsgünstigen Lage direkt am Ende der Westautobahn. Es handelt sich um ein Grundstück der Stadt Wien und der Autobahnbetreibergesellschaft Asfinag. Die Fläche beträgt 47.000 Quadratmeter. Die Rede ist von einer Halle mit 300 Metern Länge.

ÖVP fordert Absage

Politisch steht die ÖVP an der Spitze der Kritiker und Gegner. Die stellvertretende Bezirksvorsteherin Natascha Fussenegger (ÖVP) befürchtet eine deutliche Verschlechterung der Lebensqualität an der ohnehin schon stark befahrenen Westeinfahrt der Bundeshauptstadt. Durch ein Logistikzentrum würde das Verkehrsaufkommen vor allem durch Schwerverkehr nochmals erhöht. Das sei nicht im Sinne einer maßvollen Stadtentwicklung.

Der Penzinger ÖVP-Bezirkschef Nationalratsabgeordneter Wolfgang Gerstl sieht nach der breiten ablehnenden Stellungnahme in der Sitzung der Bezirksvertretung gegenüber einem großen Logistikzentrum nun den SPÖ-Bürgermeister gefordert, auf diese Wünsche Rücksicht zu nehmen. "Michael Ludwig muss endlich den Klimaschutz ernst nehmen." Schließlich liegt das Projekt auch am Rande des Wienerwaldes.

250 neue Arbeitsplätze

Transgourmet als Projektwerber hat angeboten, in das Projekt Einsicht zu nehmen, um etwaige Bedenken auszuräumen. Das Unternehmen hofft auf ein ordnungsgemäßes Widmungsverfahren und streicht vor allem heraus, dass an dem Standort in Auhof insgesamt 250 neue Arbeitsplätze geschaffen würden.

Ein Baurechtsvertrag ist seit mehr als einem Jahr gegeben, wird in der MA21 (Stadtteilplanung und Flächennutzung) erläutert. Dieser sieht auch Umweltauflagen für das Großprojekt im Westen Wiens vor. Am Zug ist jetzt der Gemeinderat, dessen Entscheidung im ersten Halbjahr 2023 erwartet wird.