Der Csaterberg bei Kohfidisch im südlichen Landeszipfel des Burgenlandes zählt zu den landschaftlich reizvollsten Gegenden Ostösterreichs. Genau genommen handelt es sich beim Csaterberg (auch Tschaterberg) um zwei Berge, deren Benennungen etwas eigentümlich anmuten: Der "Klein-Csaterberg" ist nämlich mit 365 Metern höher als der 341 Meter hohe "Hoch-Csaterberg".

Die Museumsgründung in einem Separatbereich des Gasthofs zum Weinberg am Csaterberg erfolgte auf Initiative von privaten Steinsammlern, die auf dem Gebiet des Csaterbergs in den vergangenen Jahrzehnten beachtliche Fundstücke zusammengetragen haben. Hauptinitiatoren waren der Pfarrer Stefan Raimann und der Biologielehrer Stefan Halvachs, die am Csaterberg gemeinsam in einem idyllischen "Weinstöckl" hobbymäßig Rebensäfte keltern.

Das Vorkommen der Holzopale am südburgenländischen Csaterberg hat europaweit einen ganz besonderen Stellenwert. Das Steinesammeln in diesem Gebiet, dessen Oberflächengestein fast ausschließlich aus Süßwasseropal besteht, hat eine beachtliche Tradition. Der berühmteste Sammler am Csaterberg war der bedeutende Humanist Carolus Clusius (1526-1609), der seine Funde in dem 1601 in Antwerpen erschienenen Werk "Rariorum plantarum historia" dokumentierte.

Nach eingehenden Betrachtungen der Steine mit der Lupe stellte Clusius fest, dass es sich um "Lithoxylon" (Steinholz) handelt. Er erkannte, dass die Versteinerung in Form von Opalen aus dem Holz der Zerreiche (Quercus cerris) stammte, wie sie auch heute noch in den Wäldern des Csaterbergs anzutreffen ist. Nicht ohne Stolz verweisen die Csaterberger Museumsgründer darauf, dass es sich dabei um die erstmalige genauere Bestimmung eines Fossils auf dem Gebiet des heutigen Österreichs handelte.

Entstanden waren die bis zu zwölf Millionen Jahre alten Holzopale infolge eines großen Vorkommens von Kieselsäuren am Csaterberg. Gefunden wurden bislang hunderte Holzversteinerungen. Viele haben eine Größe von nur wenigen Zentimetern, jedoch zeigt das Museum auch prachtvolle 20-Kilogramm-Exemplare. Ein aufwändiger, nicht ganz billiger Oberflächenschliff bringt deren Schönheit voll zur Geltung. Solcherart veredelt ergeben auch kleinere Holzopale - in Gold oder Silber gefasst - wunderbare Schmuckstücke.

Im Museum sind auch Opale mit urzeitlichen Tier- und Pflanzenabdrucken zu sehen. Einige in der Opalschicht befindliche Knochenfragmente konnten einem elefantenähnlichen Rüsseltier (Dinotherium oder Mastodon) zugeordnet werden.

Opale im Weingarten

Die Weinbauern der Umgebung sind immer wieder mit Sammlern konfrontiert, die zwischen den Rebzeilen dem steinernen Glück auf der Spur sind. Dem Vernehmen nach ergeben sich solcherart zwischen Winzern und Steinesammlern immer wieder geschäftliche Kontakte, wodurch beide Seiten einen Profit haben. Stefan Halvachs hat übrigens in Mischendorf, in der Pfarrhofgasse 38, unweit des Csaterbergs, einen sehenswerten "Steingarten" mit zahlreichen internationalen Raritäten angelegt, der bei freiem Eintritt besichtigt werden kann.

Steinmuseum Csaterberg

7512 Kohfidisch, Klein Csater 10

Mo bis So 8-20 Uhr

Tel. 03366/772 45

www.csaterberg.at/museum.htm