Im AKH halten die Ärzte heute, Dienstag, eine Betriebsversammlung ab. - © APAweb / Helmut Fohringer
Im AKH halten die Ärzte heute, Dienstag, eine Betriebsversammlung ab. - © APAweb / Helmut Fohringer

Wien. An der Betriebsversammlung im AKH nahmen bis zu 1.000 Ärzte teil, berichtete der Vorsitzende des Betriebsrats des ärztlichen Personals, Ärztekammer-Vizepräsident Thomas Szekeres, in der Pressekonferenz. Zusätzlich zum Beschluss für die nächste Versammlung kommende Woche wurde auch eine Resolution verabschiedet. Sie richtet sich an das Rektorat der Medizinischen Universität Wien und hat eine klare Forderung zum Inhalt: Die angekündigten Sparmaßnahmen sollen ausgesetzt werden.

Das Event am 29. November wird, im Gegensatz zur heutigen Betriebsversammlung, öffentlich sein. "Es wird eine Veranstaltung für alle Mitarbeiter und auch für die Studenten", betonte Szekeres. Der Ort, also die Aula, sei darum gewählt worden, damit der Protest auch von den Patienten mitverfolgt werden könne. Der Termin wird darum auch als "Patientenversammlung" bezeichnet.

"Wir waren heute eigentlich alle da, von den jüngsten Ärzten bis zu den Professoren", freute sich der Vorstand der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Arnold Pollak. Das AKH, so betonte er, habe sich als "Spitzenspital der ersten Kategorie" positioniert. Die Ärzte würden nun mit allen Mitteln dafür kämpfen, dass man eines der besten Spitäler Europas bleibe.

Vor den Medienvertretern skizzierten die Mediziner erneut die drohenden Maßnahmen, die etwa im Bereich Chirurgie bevorstünden, wie versichert wurde. Michael Gnant von der Abteilung für Allgemeinchirurgie verwies darauf, dass schon in der Vergangenheit Diensträder eingespart worden seien. Gebe es weitere Reduktionen, könne es gewisse Leistungen nicht mehr geben. Die Politik müsse dann entscheiden, welche dies sein werden.

Laut Gnant könnte es etwa bei nächtlichen Aushilfsanfragen von anderen Spitälern schwierig werden: "Wenn dann ein Krankenhaus in Niederösterreich anruft und sagt, sie schicken einen Patienten mit dem Hubschrauber, dann müssen wir vielleicht sagen, tut uns leid, wir sind eingespart worden." Auch HNO-Arzt Wolf-Dieter Baumgartner warnte: "Die Einsparungen sind nun erstmals so, dass es die Patienten merken werden."

Denn die Rücknahme der Journaldienste betreffe vor allem die Akutversorgung. Notfälle könnten nicht mehr in der ausreichenden Anzahl operiert werden, so Baumgartner. Das könnte etwa in der Kieferchirurgie drohen, die gerade am Wochenende gefordert sei - aufgrund der zahlreichen Auto- und Freizeitunfälle.