Die blaue Parkpickerl-Zone wird im nächsten Jahr ausgeweitet - wo überall, ist noch offen.
Die blaue Parkpickerl-Zone wird im nächsten Jahr ausgeweitet - wo überall, ist noch offen.

Wien. Jeder dritte Parkplatz soll durch Einführung des Parkpickerls frei werden. So steht es in einer Studie, die die rot-grüne Wiener Stadtregierung Anfang November präsentiert hat. Damals empfahl Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou allen Bezirken, die noch über keine flächendeckenden Kurzparkzonen verfügen, diese einzuführen - als planmäßiger Starttermin wurde der 1.September 2012 vorgegeben. Noch offen ist derzeit allerdings, welche Bezirke mitmachen werden und wo genau die neue blaue Zone verlaufen wird. Derzeit wird das Thema in den Bezirksparlamenten diskutiert - mit den Bezirken 10, 12 und 15 gibt es schon drei Fixstarter. Die "Wiener Zeitung" liefert einen Überblick.

Schon im Vorjahr hat sich Rudolfsheim-Fünfhaus, wo bereits jetzt rund um die Stadthalle das Pickerl gilt, für eine flächendeckende Kurzparkzone angemeldet. Erst kürzlich wurde dieser Beschluss wieder bekräftigt. Der 15. Bezirk hat insofern eine Schlüsselrolle, weil er einen Dominoeffekt auf die anderen Westbezirke auslösen könnte, die dann - aus Angst vor Parkplatzflüchtlingen - mitziehen müssten.

Allerdings stehen die nördlich gelegenen Bezirke Ottakring und Hernals derzeit etwas auf der Bremse und verlangen vom Rathaus Sonderkonditionen: Beide Bezirke haben Anträge an Vassilakou formuliert, in denen unter anderem Extras aufgrund der besonderen Bezirkstopografien erwünscht werden. "Wir haben Kleingärten, Sportplätze und Bäder, da braucht es andere Lösungen als in den inneren Bezirken", meint Ottakrings SPÖ-Bezirkschef Franz Prokop. So sei etwa ein billigeres Pickerl für Bewohner von Kleingärten, die dort nicht ganzjährig wohnen, unabdingbar. Ein Nein zur Pickerl-Einführung, falls die Wünsche nicht erfüllt werden, will Prokop allerdings nicht aussprechen. Auch Nachbarin Ilse Pfeffer (SPÖ) spricht Klartext: "Die Westbezirke müssen anders behandelt werden als die inneren Bezirke." Rund um Sport- und Veranstaltungsstätten brauche es eine längere Parkerlaubnis als zwei Stunden. Außerdem sei in Hernals die Grenzziehung enorm schwierig, da es keine Auffangflächen nach hinten gebe.

Noch Kuscheln in Währing


Abwarten ist derzeit in Währing angesagt: Hier kann Rot-Grün den schwarzen Vorsteher Karl Homole zur Not überstimmen, falls sich dieser gegen die Einführung querlegen sollte. Aktuell gibt es aber einen von diesen drei Parteien gemeinsam getragenen Beschluss, der das Rathaus um "bestmögliche Varianten" für eine Pickerl-Lösung im 18. Bezirk ersucht. Der grüne Klubchef Marcel Kneuer ist zugleich sicher, dass es selbst bei einer Bürgerbefragung ein Votum pro Pickerl gibt - erst recht, wenn Hernals mitzieht.