Olympia als Frage des "Zutrauens"

Um eine eventuelle Bewerbung der Stadt als Austragungsort für die Olympischen Sommerspiele 2028 geht es bei der zweiten Frage der Volksbefragung. Gudenus hielt Olympische Spiele in Wien für zu teuer, und es wäre daher unverantwortlich, diese auszutragen, meinte er. Die Kosten lägen bei 12 Milliarden Euro, genauso viel wie ein Jahresbudget der Stadt. Es fehle ihm auch der Glaube, dass Rot-Grün imstande sei, ein derartiges Event zu organisieren. "Man schafft es nicht einmal, die Stadthalle zu sanieren", ätzte Gudenus. Außerdem sei es für ihn ein Rätsel, wo olympische Segelbewerbe stattfinden sollen, da Wien keinen Meereszugang hat.

Schicker konterte: "Die FPÖ will die Spiele wegen ihrer Internationalität nicht." Olympia wäre ein weltweiter Werbeträger, auch die Fußball-EM 2008 hätte der Stadt viel gebracht.

Bei den Grünen gebe es verschiedene Meinungen zu der Fragestellung, es gehe hier aber nicht um die Meinungen der Politiker, sondern um die der Bürger, meinte Ellensohn, der sich für Olympia aussprach. Der Klubobmann betonte, dass Wien in den kommenden Jahren wachsen werde, dafür brauche es auch dringend Infrastruktur, die man im Zuge einer Ausrichtung von Olympia bauen könnte.

Ulm traute wie Gudenus der Stadtregierung keine Austragung zu, das Thema sei zudem nur in die Volksbefragung aufgenommen worden, um die Werbetrommel für Olympia zu rühren. Er werde bei dieser Frage mit nein stimmen, so Ulm.

Beim Schutz vor Privatisierung von kommunalen Betrieben fand sich auf dem Podium kein wirklicher Gegner, auch wenn Ulm darauf hinwies, dass ihn "der Ärger darüber, wie die SPÖ das präsentiert", auch zu einer Nein-Stimme bringen könnte. Sollten sich die Wiener wider Erwarten für Privatisierungen aussprechen, werde die SPÖ trotzdem keine vornehmen, erklärte Schicker: "Aber wir werden den Schutz auch nicht weiter vorantreiben."

Bei Frage vier wird gefragt, ob alternative Energieprojekte mit finanzieller Beteiligung der Bürger ausgebaut werden sollen. David Ellensohn: "Man legt den Fokus auf die Energiewende, doch wenn wir aus Öl, Gas und Atom rauswollen, müssen wir was tun." Die Frage sollte der Thematik einen Schub verleihen. Ulm kritisierte, dass Rot-Grün in der Vergangenheit zu wenige Solaranlagen angeboten hätte. Hier hätte man bereits mehr machen können.

"Alles unter 50 Prozent ist eine glatte Niederlage"