Auch der Familienvater und Gastronom Alexander Wacker erzählt, wie hart gerade die beiden ersten Jahre waren. Auf den ersten Blick wirkt das Paolo’s in der Westbahnhof-Passage wie ein gewöhnliches Take-Away-Lokal. Auf den zweiten Blick präsentiert es sich als Genuss-Oase mit durchaus schrägen Rezepten. Speisen wie etwa Ciabatta mit Mozzarella und Honig werden stets frisch zubereitet, das Brot stellt eine Bäckerei nach speziellem Rezept her. Auch Pasta-Gerichte können sowohl im Lokal verzehrt, als auch mitgenommen werden. Die Idee, Take-Away mit Genuss zu verbinden, hatte Wacker schon länger, mussten sie aber dem Standort anpassen. Inzwischen hat sich das Konzept bewährt - und das Paolo’s ist nicht zuletzt durch seine soziale Verantwortung bekannt geworden: sowohl gegenüber den Mitarbeitern, als auch durch gezielte Aktionen, die auch Aufmerksamkeit bringen.

Tür-Aufmachen reicht nicht


Mit der Zeit gehen und dabei authentisch bleiben: Für Fachgruppen-Obmann Turecek führen nicht zuletzt diese beiden Zutaten zum gastronomischen Erfolg. Auch wenn immer neue Auflagen es nicht einfach machen, ein Lokal zu eröffnen, wie er und auch viele der jungen Wirte betonen. "Gastronomen müssen heutzutage ja schon halbe Juristen und Chemiker sein, ab 2014 sind dann sogar allergene Stoffe anzuschreiben", ärgert sich Turecek.

Dennoch würde er jungen Wilden mit guten Ideen jederzeit raten, diese umzusetzen - sofern sie über ein gewisses Startkapital verfügen und sich über die Auflagen erkundigen. Die Gäste forderten heutzutage aktive Gastronomen, so Turecek. "Das normale Tür-Aufmachen reicht nicht mehr, Lokale müssen ein besonderes Erlebnis bieten und sei es nur eine außergewöhnliche Küche." Für das traditionelle Wirtshaus werde es in Zukunft noch schwieriger. Für junge, frische Ideen dagegen ist es eine Chance.